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Diät geeigneter Heringssalat und etwas Familiengeschichte

Bei uns zuhause war das Heringssalat schnibbeln immer Tradition vor Weihnachten. Wir machen eine so riesige Portion dass sie über Weihnachten bis Neujahr reichte. Neujahr war er noch gut zu essen, danach kippte der Rest meist um.

Ich weiß noch dass wir früher immer mit meinem Vater ins Labor der Apotheke gegangen sind. Es war immer spannend für uns Kinder. Mein Vater rührte in einer riesigen Schüssel die Mayonnaise und machte einen riesigen Hallas davon. Er schimpfte und fluchte, raunzte uns Kinder an wenn was nicht lief, er tat sich sehr wichtig dabei. Wir waren immer abgenervt und froh wenn die Mayo dann stand. Zugegeben, lecker war sie immer und was dann folgte hat großen Spaß gemacht. Im Labor war ordentlich Platz und auf den Labortischen konnte man herumkleckern ohne dass das gleich bleibende Flecken kamen. Immerhin gab es ja frische Rote Bete zu kochen und zu schneiden und das Wasser färbt extrem. Die Schnibbelei dauerte Stunden, die ganze Familie arbeitete mit, auch jedes Kind hatte ein Brett und ein altersgerechtes Messer zugeteilt bekommen. Um die Pellkartoffeln zu pellen und in kleine Würfel zu schneiden, muss das Messer nicht sehr scharf sein. Ich weiß nicht ob das Rezept aus einer bestimmten Gegend kommt, ich denke es ist von meiner Oma väterlicherseits eingeführt worden, die aus dem Münsterland kam. Meine Mutter aus der Lüneburger Heide hat ihren Teil dazu beigetragen und so ist unser Familienrezept entstanden.

Als die Familie auseinander brach wurde die Stimmung dabei immer schlechter, zum Schluss war es für mich ein richtiges Feindbild. Heringssalat wurde zum Symbol für Stress in der Familie. Irgendwann habe ich es dann für mich wieder entdeckt, einige Veränderungen eingefügt und nun genießen wir Jahr für Jahr unseren Heringssalt.

Um es kalorienärmer zu machen, habe ich dann noch die letzten Änderungen eingeführt. Die traditionellen Zutaten sind:

Bismarckheringe

Zwiebeln

hartgekochte Eier

eingelegte Gurken

frisch gekochte und gewürfelte Rote Bete

frisch gekochte und gewürfelte Kartoffeln

Äpfel

selbstgemachte Mayonnaise

Alle Zutaten werden in etwa gleichgroße kleine Würfel geschnitten, mit der Mayonnaise vermengt und eine Weile zum Durchziehen stehen gelassen.

Die Mengenverhältnisse variieren nach Laune und Geschmack. Der Hauptbestandteil sind Kartoffeln und das ist es, was für mich den Salat zu etwas Besonderem macht. Die Kartoffeln bilden einen guten Gegenpol zu den fetten Zutaten und vor allem machen sie aus dem Salat eine vollständige Mahlzeit. So für sich gegessen macht er satt. Wir haben ihn oft als zweiten Gang nach einer Rindfleischbrühe gegessen, zu Sylvester, Neujahr oder auch am Heiligabend.

Also viel Kartoffeln, etwas weniger rote Bete, dann Äpfel, Gurken, Eier und am wenigsten Hering und ein ganz paar Zwiebelringe(das reicht für den Geschmack völlig aus)

Früher gehörte wohl mehr Hering hinein, aber man kann viel Kalorien sparen wenn man weniger nimmt und dafür die Soße mit dem Herinsgswasser verdünnt. Es gibt bei mir nun auch keine selbstgemachte Mayo sondern ich nehme fettarmen Joghurt und rühre wenig fertige Mayo ein, bis der Geschmack stimmt. Die Light-Mayonnaisen sind auch gut, man kann sie aber auch noch mehr mit Joghurt verrühren. Gewürzt wird die Soße mit dem aufgefangenen Wasser der Gurken und vor allem dem Einlegwasser der Bismarckheringe. Achtung man sollte sowohl bei den Gurken als auch bei den Heringen auf sehr guteQualität achten. Eventuell kann man noch etwas Senf dazu tun und Zitronensaft und eine geriebene Zwiebel. Ich verwende auch noch gerne die eingelegten Zwiebelringe die bei den Heringen sind. Alles in Allem rühre ich so eine recht flüssige Soße.

Die kommt in eine große Schüssel und nach und nach schneide ich erst die Heringe, dann die Zwiebelringe, dann die Gurken und Äpfel in die Soße und rühre gut durch. Diese Zutaten sind noch nicht so empfindlich. Jetzt die rote Bete dazu und vorsichtig vermischen. Die Pellkartoffelwürfel zerfallen leicht (Deshalb nach dem Kochen auch gut abschrecken und auskühlen lassen, dann werden sie fester), deswegen vorsichtig behandeln und besser mit den Händen vermischen. Ich häufe sie zuerst auf die anderen Zutaten und grabe mich dann mit den Händen durch diesen Berg. Es ist immer wunderschön zu beobachten wie sich das Ganze rot färbt durch die rote Bete. Ganz zum Schluss hebe ich die Eier unter. Ein Tuch auf die Schüssel und das Ganze ins Kühle. Es ist schwierig noch nichts zu probieren, aber das Ganze muss mindestens über Nacht durchziehen.

Durch die leichtere und flüssigere Soße und die etwas abgewandelten Zutatenverhältnisse, ist dieser Heringssalat deutlich leichter als die traditionellen Varianten.

Wenn man eine riesige Schüssel davon macht, oder Wäschewannen wie es bei uns üblich war, und Portionen in hübsche Gläser füllt, hat man gleich ein schönes Mitbringsel für Freude und Verwandte oder man nimmt eine große Schüssel davon mit zur Sylvesterfete. Dieser Heringssalat ist eine super Grundlage für eine lange Nacht.

3 Kommentare zu “Diät geeigneter Heringssalat und etwas Familiengeschichte”

  1. Karin schreibt:

    Das werde ich sicher einmal ausprobieren, wenn wir Gäste haben, denn Viktor dieser Troll mag keine roten Beete. Ich aber schon. Also muss der Besuch herhalten.
    Ach ja, an Kochaktionen zum Fest erinnere ich mich auch noch und an Streit und an Tränen und an heile Welt spielen unter dem Tannenbaum, als wenn es das alles vorher nicht gegeben hat. Vielleicht daher meine Weihnachtsphobie. LG Karin

  2. Requendel schreibt:

    Hey Karin, also Viktor mag keinen Fenchel und keine Rote Bete, na gut, damit kann man leben wenn es nicht noch mehr wird ;-).
    Ja diese Geschichten zu Weihnachten haben mir für lange Jahre diese Sachen auch verdorben. Deswegen bin ich glücklich dass ich das heute wieder gelassener sehen kann und Traditionen die mir gefielen, weiter führen kann, natürlich an unsere Bedürfnisse angepasst.
    Meine Nichten lernen also nur meine Heringssalatvariante kennen und für sie ist das dann eben der Heringssalat von Oma Dörte und Tante Renate 🙂
    lg
    Renate

  3. Beatrice schreibt:

    Hallo Karin,
    also, auch wir schnibbeln jedes Jahr vor Weihnachten, am Abend des 23. 12., unseren traditionellen Heringssalat, ebenfalls eine Riesenportion, die dann bis in neue Jahr reicht.
    Wir machen ihn noch etwas anders. Hier unsere Rezept:
    Matjes-Heringe
    Schlackwurst
    Blutwurst
    Lionerwurst
    kalter Braten
    gekochte Eier
    Salzgurken
    gekochte Kartoffeln
    gekochte Randen
    Äpfel

    von allen etwa gleichviel. Alles klein würfeln und gut mischen. So kann man ihn erstmal (kühl) stehenlassen, damit er gut durchzieht.
    Vor dem Servieren nimmt man eine entsprechende Portion und macht noch etwas Crême fraîche dazu – fertig. Gewürze und andere Dinge sind überflüssig. Schmeckt einfach toll!

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