Tagebucheintrag vom 17.April 2006

Blockierte Kreativität und Hunger

Ich habe für mich einen weiteren Grund gefunden, aus dem ich esse um einen anderen Hunger als den Hunger nach Nahrung zu stillen.

Zur Zeit habe ich wieder mit Fressgelüsten zu kämpfen und bin auf der Suche nach dem Thema wo der Mangel sitzt, der mich dazu verlockt mit Essen das Loch auszugleichen.
Und mir ist klar geworden, dass mir ein offenes Ventil für meine Kreativität fehlt. Ich schreibe ganz gerne, ich male manchmal, ich stricke gerne, ich spiele gerne Maultrommel und Flöte vor mich hin oder singe auch mal ganz gerne, ab und zu schnitze ich, aber das sind alles eher so oberflächige Versuche, die nicht wirklich das ausdrücken was da gerade heraus will.
Oft fühle ich mich verstopft und angestaut und weiß nicht ob ich jetzt lieber male oder schreibe etc…und dann bin ich oft so unzufrieden mit meinen Fähigkeiten und mir fehlt die Geduld und Ausdauer dazu mir diese Fähigkeiten anzueignen. Das Ende vom Lied ist dann oft ein chaotisches Zimmer in dem alle möglichen angefangenen Sachen herumliegen und ich tigere hin und her und bin immer noch unzufrieden und angestaut und mittlerweile auch schon genervt und erschöpft und erwische mich dann dabei mich in Bücher oder Computerspiele zu flüchten…und der Wunsch nach Essen wir immer größer. Früher war das auch immer ein Zeitpunkt, zu dem ich angefangen habe mich zu besaufen. Je unzufriedener ich wurde, je mehr Fehlversuche ich gestartet habe, desto leerer wurde die Flasche Wein und irgendwann war ich betrunken und dann war es mir eh egal. Das ist ein ganz alter Zustand, den kenne ich schon aus meiner Kindheit. Damals habe ich immer gedacht dass mir so langweilig ist.

Das ist ein großes Thema für mich, mich da wieder heranzutasten, mir da
Ventile zu schaffen.

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