3. Selbstakzeptanz

Gestern habe ich mich mal mit meinem Mann darüber unterhalten, was in der Zeit los war bevor ich begonnen habe abzunehmen.
Es hat mich mal interessiert, wieso ich gerade da diesen Schritt hinbekommen habe und doch seit Jahren abnehmen wollte.
Er erinnerte mich daran dass ich begonnen habe mir Sachen zu stricken. Zuerst waren es Taschen, Beutel, Socken und Kleinteile als Geschenke oder für mich, aber irgendwann wollte ich mir einen Pullover stricken.
Er wusste noch dass ich ihm gesagt habe dass, wenn ich einen schönen Wollpullover in meiner Größe haben will, ihn mir wohl selbst stricken. Ich hätte mir ein Strickheft für große Größen gekauft und einen Pulli in Größe 54/46 begonnen.
In dem Jahr 2005 waren wir im Dezember für eine Woche auf Ameland und in der Zeit habe ich den Pulli gut gebrauchen können und meine warmen Socken sowieso. Ich bin gelassener geworden mit mir selbst, ich hatte mich endlich so dick akzeptiert wie ich damals war. Ich mochte mich wieder ansehen und ich war es mir auch wieder wert mir Mühe für mich selbst zu geben.
Innerlich habe ich mich endlich damit abgefunden dass ich eben so dick bin und das Beste daraus machen wollte. Plötzlich war ich auch nicht mehr so verdruckst, ich bin offener auf Leute zugegangen, habe mich mit dem Vermieter des Häuschens gut verstanden und hatte einfach keine Komplexe mehr. Jürgen erzählte mir dass er sich genau in diesem Herbst darüber gewundert hätte wie locker ich plötzlich geworden wäre, obwohl äußerlich alles beim Alten geblieben ist.
Ich begann mich zu spüren und meinen dicken Körper anzunehmen. Das war der Punkt an dem sich meine innere Bereitschaft gezeigt hat was für mich zu tun.
Der Pullover war der Anfang und er bedeutete mehr als ein schlichter Pulli, er war eigentlich Symbol für einen Neubeginn.
Ich trug ihn gerne.
Im Januar 2006 fand ich dann zu Aiqum und war voll und ganz bereit für das Programm. Es hatte sich schon vorher angekündigt denn ich war intensiv auf der Suche im Netz. Ich wollte ein passendes Herz/Kreislauf-Training für mich finden und stolperte immer über alle möglichen Abnehm-Seiten. Erst hatte ich das abgelehnt, ich war einfach Diätmüde und hatte keine Lust mehr auf diesen Mist. Ich wollte mit dem Sport beginnen, das sollte mir eigentlich reichen. In der Zeit haben wir auch das Fahrradergometer gekauft und ein Mini-Trampolin.
Auf dem Trampolin hüpfte ich schon fleißig herum, dann fiel mir die Aiqum-Anzeige ins Auge. Ich kann bis heute nicht mehr sagen warum ich ausgerechnet darauf reagiert habe, es kam zur richtigen Zeit an richtiger Stelle. Ich habe mich angemeldet und bin nach wie vor Feuer und Flamme.

Diesen Pullover habe ich Anfang dieses Jahres (2007) wieder aufgetrennt und ich bin dabei das gleiche Modell aus der gleichen Wolle in meiner jetzt angemessenen Größe zu stricken. Im Herbst werde ich ihn wieder tragen wollen und er wird mich immer an die Zeit erinnern, in der ich gelernt habe mich selbst zu akzeptieren, zu mögen und mich für mich selbst anzustrengen.

One thought on “3. Selbstakzeptanz

  1. Hallo Renate, ich finde das ist ein wichtiger Punkt. Der richtige Zeitpunkt. Bei mir war es ganz ähnlich. Du hattest ja schon lange vorher von AIQUM erzählt und das es dir gut gefällt und mich streifte auch manchmal der Gedanke, aber immer nur kurz, dass es was sein könnte. Und dann auf eine Mail von dir, bin ich auf die Seite und habe mich sofort eingechrieben. Es war die richtige Entscheidung und ich bin froh damit.

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