Vorurteile gegen Dicke

Dicke sind faul, völlern, haben keine Selbstbeherrschung und stinken. Dicke brauchen doch einfach nur weniger essen und sich etwas mehr bewegen, und das Problem wäre erledigt. Mit solchen und vielen weiteren Vorurteilen werden dicke Menschen ständig konfrontiert.

Soziale Isolation

Für viele Übergewichte ist Dicksein der Schritt in die soziale Isolation. Vorurteile gegenüber Dicken könne sich auf die Psyche eines übergewichtigen Menschen so massiv auswirken, dass er seelische Probleme entwickelt. Ich kenne dies aus eigener Erfahrung. Dadurch entsteht aber leider ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer entkommen kann: Als Kompensation bzw. Ausgleich für fehlende soziale Kontakte und mangelndes Selbstwertgefühl bleibt oft nur eins übrig: Essen und Trinken. Wodurch das Problem Übergewicht noch weiter verstärkt wird.

Bedeutet Dicksein wirklich faul sein und völlern?

In den Köpfen vieler Menschen herrscht das Bild vor, dass Dicke einfach nur weniger essen müssten, um Gewicht zu verlieren. Dicke seien letztlich selber Schuld an ihrem Übergewicht. Fakt ist aber, dass Dicke häufig sehr streng mit sich selber sind. Sie kontrollieren ihr Essverhalten, schreiben Listen, zählen Kalorien und machen eine Diät nach der anderen. Diäten sind aber, wie man heute weiß, nur allzu oft der erste Schritt ins massive Übergewicht, weil sie den Stoffwechsel ruinieren. Nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung schafft Abhilfe. Da Übergewichtige aber häufig bedingt durch ihre zahllosen Diätversuche gefolgt von Heißhungerphasen keinen normalen Bezug mehr zur Ernährung haben (und oft auch kein Sättigungsgefühl mehr), ist es mehr als schwierig, ein gesundes und vernünftiges Essverhalten zu entwickeln.

Auch das Vorurteil, Dicke seien faul, stimmt ganz sicher nicht. Ich erinnere mich an meine Zeit mit 150kg Lebendgewicht zurück und weiß, dass mit einem solchen Gewicht jeder einzelne Schritt eine sportliche Höchstleistung ist. Für Übergewichtige ist das Leben beschwerlicher, es muss deutlich mehr Körpergewicht herumgeschleppt werden. Selbst alltägliche Routinetätigkeiten fallen schwer und fordern den Körper. An Sport ist für viele Adipöse kaum zu denken, da das zusätzliche Gewicht eine enorme Belastung darstellt.

Adipositas ist eine Krankheit

Fettsucht bzw. Adipositas ist eine Krankheit. Viele Betroffene schaffen den Weg aus der Fettsucht nicht alleine. Körperliche wie auch seelische Ursachen stecken hinter dieser Krankheit und erfordern oft neben einer ärztlichen oder ernährungsmedizinischen Beratung auch eine psychologische Begleitung. Dumme Sprüche wie „iss einfach weniger und beweg Dich mehr“ helfen garantiert nicht, sondern fördern nur Schuldgefühle und Isolation bei den Betroffenen.

Enigma

About Enigma

Ich bin Enigma, weiblich, Baujahr 1977, Mutter von 2 Jungs.

Seit meiner Kindheit kämpfe ich mit meinem Gewicht. Ich war immer schon pummelig, im Turnunterricht eine Niete und von klein auf gehänselt. Meine ersten Diäterfahrungen machte ich im Alter von ca. 12 oder 13 Jahren, seither hab ich eine Bilderbuch-Diätenkarierre hingelegt mit allem, was dazugehört. Unzählige Diäten, und auf jede davon folge der Jojo-Effekt wie das Amen im Gebet.

Im Sommer 2010 habe ich bei einem Gewicht von 152,3 Kilo die Reißleine gezogen, meine Lebensweise komplett umgestellt und seit diesem Zeitpunkt endlich wirklich Gewicht verloren. Im Lauf von 9 Monaten habe ich 40 Kilo abgenommen, danach ging es langsamer vonstatten und das Jahr 2012 bescherte mir aufgrund privater Probleme leider wieder ein paar Kilos mehr, aber ich bin weiter am Kämpfen und möchte meinen Traum verwirklichen, unter 80 Kilo zu kommen.

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