Schlemmen und Abnehmen

Dass Abnehmen für mich direkt mit dem genussvollen Schlemmen einhergeht, wird bei mir immer deutlicher. Wenn man einmal den Dreh heraus hat, geht es ganz einfach, das heißt wenn man das Schlemmen nicht mit Fressen und Verdrängungsessen verwechselt.

Das Schlemmen ist eine ganz bewusste Angelegenheit zu der man sich entscheidet, auf die man sich vorbereitet und die man dann liebevoll zubereitet und genussvoll verspeist.

Es ist wichtig dass man sich Gedanken dazu macht und das bestimmt nicht nur wegen der Kalorien. Zum Schlemmen gehört eben auch dass nicht nur der Körper, sondern auch die Seele satt wird. Und möglichst auch noch der Verstand, dann ist es optimal gelaufen.

Heute habe ich aus meinen ganz vielen geerbten Thai-Kochbüchern ein Menü zusammengestellt dass diesen Ansprüchen genügen sollte. Es ist gelungen.

Dazu hat die Entscheidung gehört dass wir uns heute ein besonderes Essen gönnen, dazu hat gehört dass ich Kochbücher wälze und mir viel Gedanken um das Menü mache und auch darum nicht zu viel Arbeit zu haben und es durfte auch nicht zu teuer sein und natürlich auch nicht in Öl schwimmen. Außerdem sollte es in etwa den Prinzipien der Thai-Küche entsprechen, über die ich gelesen habe. Die einzelnen Gerichte sollten gleichzeitig auf den Tisch kommen und in zwangloser Reihenfolge gegessen werden. Das alles war schon eine Herausforderung.

Zum Glück hatten wir schon den Grundstock an Würzmitteln und haltbaren Zutaten zuhause, so dass nur noch die frischen Zutaten gekauft werden mussten. Das hat mein Mann erledigt, indem er sich in zwei Läden hat beraten lassen und sorgfältig ausgesucht hat. Das war der Teil den er zu dem Essen beigetragen hat.

Es gab eine sehr mild gewürzte kalte Koriandersuppe, im Ofen gegrilltes in Kokos/Limetten-Dressing eingelegtes Hähnchenbrustfilet, natürlich Reis und frisches Sojasprossengemüse aus dem Wok, sehr scharf gewürzt.

Das war einfach köstlich und wir beide haben uns ganz entspannt und mit guter Laune und in Erwartung eines guten Essens hingesetzt.

Mir ist noch einmal klar geworden dass nicht das genießerische Essen dick gemacht hat, sondern die vielen vielen Kalorien, die ich eher nebenbei und oft ganz unbewusst gegessen habe. Von Genuss kann ich da nicht mehr sprechen, ich habe jetzt gelernt was echter Genuss bedeutet. Will man ihn sich gönnen, muss man schon darüber nachdenken was man gerade will, was für Bedürfnisse gerade da sind, was erschwinglich ist, wie viel Arbeit man sich machen will etc. Es geht also nicht ohne Vorbereitung und vor allem nicht ohne sich dessen bewusst zu sein. Es geht natürlich auch nicht darum etwas zu beweisen, etwas sehr teures zu essen oder möglichst viel essen. Manchmal ist es etwas ganz Schlichtes, das genau das Richtige ist.

Wie gesagt, man muss in sich hinein lauschen was man gerade will und das hatte ich jahrelang verlernt.

Und dieser Art zu schlemmen macht nicht dick, denn das Wichtigste dabei ist die Harmonie, die Ausgewogenheit zwischen Bedürfnis und Gelüst und äußeren und inneren Umständen. Das Wissen dass sich die Kalorienzahl im Rahmen hält ist genau so wichtig wie die Tischdekoration und die Umgebung und eventuell die Gesellschaft in der man das Essen genießen will. Erst wenn alles ausgewogen ist und zueinander passt, ist es der echte Genuss.

3 thoughts on “Schlemmen und Abnehmen

  1. Das klingt ausgesprochen logisch und ausgesprochen lecker. Ich mache zur Zeit ganz ähnliche Erfahrungen.
    Alles Liebe
    KArin

  2. Hey Karin,
    mir ist es immer wieder ein Anliegen zu betonen dass sich genießen und abnehmen nicht widersprechen. Das Abnehmen hat nichts mit Kasteien zu tun, wie so viele Menschen denken. Verzicht, Verbot etc hat keinen Platz, wenn man dauerhaft und gesund abnehmen will.
    lg
    Renate

  3. trebelia

    Hallo Karin und Renate,

    die selbe Erfahrung habe ich, seit ich bewusster bei Aiqum bin, auch gemacht. So lange ich in der Bilanz bleibe, habe ich viel Spielraum zum Gestalten der Mahlzeiten. Und man genießt dieses wenigere Essen mehr als vorher die vielen, fetten und übervollen Gerichte. Und man ist trotzdem satt. Man muss nur wieder lernen, dieses Essen mit anderen Augen zu sehen, als Genuss, als etwas Gutes und auch Lebensnotwendiges. Dann hat man auch eine andere Einstellung dazu.
    Lg
    trebelia

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