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Nieselregeln braucht Behaglichkeit – Plauderei

Heute ist es ein typisches Novemberwetter. Grau trüb und nieselig. Es passt zu meiner Stimmung. Ich erwarte die Drachin und habe oft trübe Gedanken die zu dem Wetter draußen passen. Aber ich merke genau dass alles besser wird wenn ich diese Gedanken einfach kommen lasse und wieder gehen lasse wie sie wollen. Wenn ich sie nicht unterdrücke sind sie auch nicht so hartnäckig und sie haben mir einiges zu erzählen.

Ich habe über die vergangenen zwei Jahre nachgedacht und darüber wie wir mit der Arbeitslosigkeit umgehen. Ich glaube ich habe dabei einen riesigen Fehler gemacht. Ich habe mich zu sehr an die Kandarre genommen, habe mich zu sehr beherrscht aus Angst davor in den Sumpf zu fallen. Ich wollte unerschütterlich sein, den Tagesablauf strukturieren, die Wohnung in Ordnung halten, dafür sorgen dass wir aktiv bleiben und so weiter. Ich wollte sozusagen ein Fels in der Brandung sein und alles zusammen halten. Dabei habe ich ganz und gar vergessen dass auch Ängste ihre Berechtigung haben und beachtet werden wollen. So große Angst vor einer Depression, dass ich jeden Anflug von Angst unterdrücken wollte.

Gleichzeitig habe ich versucht unserem Tag Inhalt und Struktur zu geben und habe mich auch zu sehr um Jürgen gekümmert. Ich habe dabei vergessen dass das viel Energie kostet, die ich eigentlich für mich brauchen würde. Ich habe mich immer darüber gewundert dass ich mich so ausgebrannt fühle, obwohl ich doch den ganzen Tag nicht tue. Damit meinte ich aber immer dass ich nichts tue das Geld bringt. Alles andere zählte nicht als Arbeit….als Leistung. Das steckt tief in mir und wird von einem Teil meiner Umgebung auch noch gefördert.

Jetzt merke ich dass ich doch einiges geleistet habe indem ich in dieser harten ersten Zeit unseren Alltag zusammen gehalten habe, indem ich auf die neue finanzielle Situation umgestellt habe, indem ich hin und her überlegt und gerechnet habe was geht und was nicht geht. Ich habe versucht uns aus dem was da ist etwas möglichst Schönes zu machen und habe dafür gesorgt dass wir den Mut nicht verlieren.

Da die Arbeitslosigkeit fast zeitgleich mit der Anmeldung auf Aiqum kam, habe ich in der gesamten Zeit auch noch am Abnehmen und all den Sachen die damit zusammen hängen gearbeitet, ich bin mit meinem Alkoholproblem klar gekommen und habe in mir selbst einiges gelöst.

Ich merke dass ich sehr aktiv und eingespannt bin und stelle fest dass es kein Wunder ist dass ich mich ausgebrannt fühle. Ausgebrannt vom Grübeln, vom Planen, vom Mutmachen, vom Strukturgeben, vom Auffangen und vor allem davon meine eigenen Gefühle zu unterdrücken.

Draußen ist Nieselregen und die Drachin kündigt sich an. Zeit in mich zu gehen, Zeit mich zu pflegen. Ich bleibe heute und morgen im Haus, ich igel mich in mein Zimmer ein. Ich mache nichts im Haushalt, ich koche nur ab und zu. Seit einigen Tagen lasse ich mich gehen. Wir machen beide nichts mehr oder nur das allernötigste damit wir uns nicht völlig einölen. Es wird lecker gekocht, ab und zu mal Staub gesaugt oder ab und zu mal die Arbeitsflächen abgewischt, das ist alles. Ich sitze hier am PC oder in meinem Sessel und stricke und schreibe und lese. Morgen kommt der Harry Potter, dann bin ich sowieso erst mal verloren für diese Welt.

Ich lasse mich gehen, ich erlaube es mir. Ich esse was ich will und ich esse wesentlich mehr Kalorien als sonst üblich. Im Moment brauche ich das einfach. Eben zu meiner Tasse Kaffee wollte ich ein Knäckebrot mit Marmelade. Ich habe ein Glas mit der Zitrone-Ingwer-Marmelade aufgemacht und war hell begeistert. Sie ist in der Zeit seit dem Kochen noch gereift, der Ingwer Geschmack durchzieht jetzt alles und es ist eine Geschmackskombination von süß/sauer/frisch/scharf, einfach wunderbar.

Für heute nachmittag taut gerade ein Stück Marmorkuchen auf und mein Mann kauft gerade die Zutaten für eine thailändische Sprossenpfanne, die es heute abend geben wird.

Morgen halten wir uns an Backofen-Pommes mit Majo und eingelegten Gemüse. Alles schnelle und einfache Sachen.

Ich versuche meinen Kopf zu beruhigen und nicht mehr so viel zu grübeln. Vielleicht mache ich noch eine Meditation, den Body-Scan. Das hilft einem immer gut wieder in der Gegenwart anzukommen und nicht nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft herumzugrübeln.

Das genau fehlt mir.

Ich gehe wieder in meinen Sessel, den Duft von einer großen Tasse Tee in der Nase, noch ein Knäckebrot mit der leckeren Marmelade neben mir.

Das Strickzeug in der Hand und….bleib draußen Welt!

2 Kommentare zu “Nieselregeln braucht Behaglichkeit – Plauderei”

  1. Karin schreibt:

    He Renate, das klingt gut, die Erkenntnis gearbeitet zu haben und auch das du merkst, dass du den Focus zu sehr auf Jürgen hattest. Ruhe dich aus und geniesse.
    Ich lese den Harry Potter auch am WE, obwohl ich ihn schon auf englisch gelesen habe, er ist super.
    Im Moment habe ich sonst von Perkins „Die Bekenntnisse eines Economic Hit Men. Das ist starker Tobac, da es Tatsachen sind. Dazwischen brauche ich etwas leichtes sonst drehe ich durch vor Wut. Lg KArin

  2. Requendel schreibt:

    Hey Karin,
    es ist immer wieder erstaunlich wie sehr die Erziehung noch in einem steckt und wie leicht man wieder in die alten Gleise rutscht. Aber besser man merkt es spät als nie, jetzt ist noch was zu ändern. Und ich hatte gerade mit Jürgen ein langes Gespräch darüber.
    Ich genieße diese Zeit auch wenn ich noch viel innere Unruhe habe. Ich weigere mich sogar heute zu kochen, wir gönnen uns was von dem besten türkischen Imbiss von ganz Hannover. Ich will den leckeren Hirsesalat. Jetzt wäre ich nur noch froh wenn die Drachin durchkommen würde.
    Es ist gut wieder durch eine Schicht gekommen zu sein, jetzt kann Entspannung folgen.
    lg
    Renate, die sich schon auf das Buch freut. Es ist genau die richtige Lesekost für diese Stimmung.

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