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Abnehmen und Tipps – erfolgreich abnehmen

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Musik und Erinnerungen

Vor etwa einem Jahr hatte mein Mann die super Idee für mich einen Plattenspieler bei Ebay zu ersteigern. Er hat ein echtes Schnäppchen gemacht, nämlich den legendären von Thorens. Jetzt habe ich ein richtig tolles Teil hier stehen und zum Glück passt der Klang auch gut zu dem Rest meiner kleinen Anlage.

Und nun kriege ich ab und zu die Rappel und greife ganz ganz tief in meine alte Plattenkiste. Dabei fördere ich so manches Schätzchen zu Tage. Heute habe ich mit dem Dreieralbum „Yessongs“ begonnen, habe dann das Live-Album von den „Tubes“ aufgelegt und bin jetzt beim tiefsten Blues, nämlich bei „John Mayall“ hängengeblieben.

Diesen Abend werde ich mit Blues beenden, gleich steht noch „Howlin’Wolf“ auf dem Programm und dann mal weitersehen.

Diese Platten habe ich schon urlange, die „Yessongs“ habe ich bekommen als ich 16 Jahre alt war, die anderen sind ähnlich alt. An jeder Platte hängen Erinnerungen. Ich habe sie durch meine Irrungen und Wirrungen hindurchgerettet, selbst in wohnungslosen Zeiten habe ich es geschafft die Platten sicher zu verwahren.

Na ja fast, meine fast vollständige Stones-Sammung wurde mir geklaut, von einem Ex-Freund. Da bin ich lange nicht drüber weggekommen, ich hatte die Sticky Fingers mit dem Originalcover, die war damals schon richtig was wert. Deswegen wurden sie ja wohl auch geklaut.

Aber der Preis war gering dafür, dass ich es geschafft habe mich von diesem Freund und diesem Leben zu lösen, er hat sich letzendendes zu Tode gesoffen. Wer weiß wo ich gelandet wäre, hätte ich damals den Absprung nicht geschafft.

Immer wieder bin ich erstaunt was für viele verschiedene Leben ich schon gelebt habe. Die Jahre mit diesem Freund habe ich mich in der Halbwelt von Osnabrück bewegt. Ich war vertraut mit Dealern, Zuhältern und Kleinkriminellen, heute kann ich es nicht mehr fassen. Erstens ist es doch ein Wunder dass ich da herausgefunden habe und zweitens bin ich immer noch erstaunt darüber dass mir nichts passiert ist. Gut, der Alkohol floss in Strömen und sehr dick bin ich geworden, aber ich habe weder Drogen genommen noch bin ich an irgendeiner Straftat beteiligt gewesen oder habe mich auf den Strich locken lassen. Im Gegenteil, in dieser Zeit habe ich meine Lehre zuende gemacht und dann mein Fachabitur. Seltsam, es war trotz allem eine Erfahrung wert sich mal in den verrufensten Kneipen bewegen zu können ohne Angst zu haben weil ich ja meinen „Beschützer“ hatte. Mit einem Schwarzgurt in Karate und keinerlei Hemmungen das Können einzusetzen genoss mein damaliger Freund einen gewissen Respekt in der Szene. Das verschaffte mir einen Freibrief und ich konnte nachts völlig angstfrei durch die Stadt gehen.

Aber irgendwas stimmte da nicht, das habe ich die ganze Zeit gespürt. Meine Selbsterhaltung hat immerhin noch funktioniert, aber ich habe ganz viel zu „schlucken“ gehabt. Ich habe es nur ausgehalten mit Hilfe des Alkohols und ich habe wirklich Unmengen gefressen. Wenn daran denke wird mir immer noch schlecht.

Ich hatte keine Selbstachtung mehr und habe nur einen Tag nach dem anderen überstanden. Zum Glück hatte ich eben diesen Selbsterhaltungstrieb, der mir immer wieder zuflüsterte dass es das bestimmt nicht ist für mich, dass da noch ein anderes Leben auf mich wartet.

Und dieses Leben erobere ich mir Stück für Stück wieder zurück. Da Abnehmen ist ein Schritt dazu.

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