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Abnehmen und Tipps – erfolgreich abnehmen

persönliche Tagebücher und Tipps über das Abnehmen

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kurze Reflexion

Ich habe heute mal ein gründliches offenes Gespräch mit meinem Mann gehabt, Thema war unsere derzeitige Arbeitslosigkeit und die Komplexe und negativen Gefühle die damit zusammenhängen und die über Existenzangst hinausgehen.

Da ist wieder die Scham die ich fühle, das Gefühl versagt zu haben, da ist ganz viel Erwartung die von anderen an uns herangetragen wurde und die wir dann irgendwie verinnerlicht haben.

Wir haben uns aber darum bemüht herauszufinden, wo unsere Leistung liegt, sie außerhalb des Broterwerbs und der beruflichen Anerkennung zu suchen. Wenn man nicht mehr den Gelderwerb und die fachliche Leistung als Maßstab anlegt, dann sieht das alles schon ganz anders aus.

Ausgelöst sind diese Gedanken bei mir durch meine letze Therapiesitzung, bzw durch das Abschiedsgespräch.

Mein Mann und ich überlegten uns jeder beim anderen, wo wir Leistung gesehen und gespürt haben. Ich habe meinem Mann gesagt dass er die Leistung vollbracht hat mir den Rücken freizuhalten von Existenzsorgen, als es mir sehr schlecht ging und ich verletzlich und unsicher war. In der Zeit als ich meinen Alkoholentzug machte und auch noch als ich dann anfing abzunehmen.

Ihm war nicht bewusst dass das als Leistung anzusehen war, er sah seine Arbeit in der Firma, mit der er nicht zufrieden war und sie also auch nicht als Leistung bewertete.

Er sagte mir, dass ich mich seit einiger Zeit gut organisieren kann, dass ich es trotz Arbeitslosigkeit und ohne festen Rahmen schaffe, meine Dinge zu erledigen und meinen Tag zu strukturieren. Unser Alltag läuft geordnet ab und es gibt feste, wenn auch nicht starre, Zeiten für die Dinge die wir tun wollen. Damit halte ich ihm im Moment den Rücken frei und er kann sich sicher sein dass der Alltag ihm nicht entgleitet, auch wenn er noch nicht weiß wie er seine Zeit gestalten soll und noch sehr im Arbeitslosenblues steckt und zu depressiven Stimmungen neigt. Ich sorge für die Struktur, die er im Moment so dringend braucht.

Was hat das mit dem Abnehmen zu tun?

Es fiel mir dabei ein wie es mir ganz zu Anfang ging als ich bei Aiqum angefangen habe. Mir fehlte die Struktur Dinge für mich zu tun und zu sortieren. Mir fehlte die Unterscheidung was wichtig ist für mich, wo es sich lohnt Energie hineinzustecken, und was überflüssig bis schädlich war. Ein gutes Beispiel ist, dass ich überhaupt keine Esszeiten hatte. Ich habe immer so zwischendurch was gegessen und dann war es oft nur Junk-Food. Beliebt war ein weiches Hamburger-Brötchen mit Hamburgersoße bestrichen, mit Röstzwiebeln bestreut und mit einer Scheibe Leberkäse belegt.

Dazwischen kamen dann wieder extreme Vollwertzeiten mit Keimen und Körnern und allem was dazugehört. Beim geringsten Anlass kippte das dann wieder in die Junk-Food-Phase um. Bei Aiqum habe ich das dann gelernt. Ich merkte wie wichtig es ist sich an den richtigen Stellen ein paar Gedanken zu machen, an den richtigen Stellen Zeit zu investieren und an den richtigen Stellen mit dem Schweinehund zu kämpfen.

Inzwischen hat sich bei mir ein ganz natürlicher Rhythmus eingestellt, ich bekomme schon zu den passenden Zeiten Hunger, ich spüre ihn wieder und sorge dann dafür dass ich was zu Essen bekomme. Das möglichst noch ehe der Hunger zu stark wird.

Nicht durch Zwang und Vorschriften sondern durch Tipps und vorsichtige Ratschläge und eigene Beispiele bin ich dorthin gekommen. Die Hilfe dazu habe ich in der Community erfahren und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Nun hat mein Tag Struktur, die über das Essen und den Sport hinausgeht. Alles fügt sich ineinander und aus diesem regelmäßigen Ablauf schöpfe ich Kraft und kann es nun auch genießen diesen Ablauf zu definierten und bewussten Zeiten mal zu durchbrechen. Ich habe das Gefühl dass ich mein Leben bestimme und es mir nicht mehr durch die Finger gleitet.

Diese Kraft, die ich dadurch gewinne, kann ich mit meinem Mann teilen und ihm über diese schlimme Zeit hinweghelfen.

Es tat gut mal zu überlegen was Leistung eigentlich bedeutet und was man tatsächlich so leistet. Man muss es nur erkennen lernen.

4 Kommentare zu “kurze Reflexion”

  1. KA-Rit schreibt:

    Wir leben wirklich in einer merkwürdigen Gesellschaft. Nur wenn du eine bezahlte Arbeit hast bist du vollwertig, oder was auch immer. Ich finde das wirklich zum Auswachsen. Jeder Mensch hat über seinen Beruf hinaus soviel zu geben und tut so viel. Das sollte anerkannt werden.
    Hier bei uns ist das Thema ja auch kein unbekanntes, wenn es denn mal im Gespräch mit Freundinnen kommt, dass ich selbstständig bin aber mein Mann keinen Job hat. Da kommt dann oft: Was dein Mann ist arbeitslos? Das ist ja schrecklich!. Nein ist es nicht. Denn mein Mann ist nicht arbeitslos, sondern oft erwerbslos. Er arbeitet sehr viel und erwartet keine Bezahlung. Künstler und genaugenommen auch Hexen können sich nicht immer aussuchen wann Geld ins Haus kommt. Mal ist da viel und mal gar nichts. So ist es halt. Nur für wertlos halten wir uns beide nicht.
    Uppps, Scheint das du da einen wunden Punkt getroffen hast Renate. Sollte ich mal drüber nachdenken.

  2. Requendel schreibt:

    Ja Karin, ich bin gerade dabei mich von den alten Vorstellungen zu lösen, sie sitzen noch tief. Wir beginnen gerade mit dem Thema. Und ich denke auch wenn der Kopf das klar hat wird es noch dauern bis das Gefühl nachkommt. Es wird immer wieder alte Glaubenssätze geben die einem dazwischenfunken, es wird lange brauchen um sich davon zu lösen.
    Und wieder bin ich beim Gewicht, denn diese Scham, dieses Minderwertigkeitsgefühl habe ich niedergefressen.
    Nun arbeiten wir am Thema selbst, das ist besser.
    lg
    Renate

  3. KA-Rit schreibt:

    Das ist leider so. Aber ihr seit nicht alleine, wir arbeiten auch daran uns von diesem ganzen alten Sumpf zu lösen.
    Alles liebe
    Karin

  4. Karsten schreibt:

    Hallo,

    leider ist es in unserer Gesellschaft so, das nur noch materielle Dinge zählen und wer die nicht hat, als bemitleidenswert angesehen wird.
    Ein Mensch besteht aus mehr, als seiner Arbeit.
    Der gegenseitige Neid wird es aber auch immer wieder schaffen, dass man sich a Dinge orientiert, die mit dem eigentlichen inneren Wohlsein nichts zu tun haben.
    Vielen geht es einfach zu gut, so dass sie es gar nicht erkennen können, was sie wirklich für innere Werte haben.

    Gruß
    Karsten

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