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Kollision mit der Vergangenheit

Gestern bin ich im AIQUM-Forum über einen Beitrag gestolpert in dem es darum ging, dass der Partner oft das Abnehmen boykottiert. Ob das bewusst oder unbewusst geschieht weiß ich nicht, halte aber beides für möglich.

Mir sind da viele alte Erinnerungen hochgekommen und ich war überrascht wie wütend mich sowas noch immer macht. Ich habe ja auch hier im Blog schon mal über dieses Thema geschrieben und dachte eigentlich das ich mittlerweile souveräner damit umgehen kann. Denkste!!!! Im Gegenteil seit gestern Abend stürzen Erinnerungen förmlich auf mich ein. Parallel dazu eine große Dankbarkeit, dass ich zwischenzeitlich einen Partner habe der mich unterstützt und sich sehr mit meiner Nahrungsumstellung auseinandersetzt. Aber die alte Wut war auch da und es kamen viele Szenen von damals hoch. Ich gebe mal eine Kurzbeschreibung:

1. Komm, du kannst doch morgen weitermachen heute gehen wir nochmal Eis essen. (Keine Frage das „morgen“ der selbe Spruch in leichten Variationen kam)

2. Nun bin ich extra zu deinem Lieblingsimbiss gelaufen um dir dort Pommes zu holen und nun willst du die nicht essen. Nie erkennst du an, was ich für dich tue.

3. Meine Güte, du nervst nur rum wenn du am Abnehmen bist. Lass es doch lieber, dann ist wenigstens Ruhe.

4. Warum willst du denn abnehmen, es interessiert doch keinen Menschen wie du aussiehst (das war eine Bemerkung die den Guten bald das Leben gekostet hätte)

5. Booahh, nicht schon wieder Diät. Was soll das eigentlich? Du schaffst es ja eh nicht!

Diese Auswahl ist sehr beschränkt, sehr viel subtiler waren die Kleinigkeiten wie Fett ins Essen schmuggeln, „vergessen“ Halbfettprodukte und Obst einzukaufen usw. Richtig bewusst was da lief ist es mir eigentlich erst später aus einer gewissen Distanz heraus geworden. Hat mich aber nicht weniger wütend gemacht.

Ich frage mich immer wieder: Was macht den Jungs soviel Angst vor der Veränderung? Warum fällt es Ihnen so schwer einfach zu sagen: Hmm, ich habe zwar keine Ahnung warum du in Größe 38 passen willst, aber wenn es dir wichtig ist, bin ich dabei.

Interessanter Weise höre ich von diesen Boykottversuchen immer nur im Zusammenhang mit Männern. Habe ich es einfach nur mit Frauen zu tun? Oder sind Frauen in so etwas subtiler? Oder sind sie bereiter ihrem Partner zur Seite zu stehen? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass ein total schofeliges Verhalten ist den anderen in seiner Entwicklung und in seinen Plänen und Vorhaben zu boykottieren. Ihr/Ihm Toleranz und Respekt zu verweigern aus der eigenen Unsicherheit heraus. Es ist nicht fair sofort auf den jenigen der etwas verändern will los zugehen ohne sich selber ehrlich damit auseinander zu setzen warum einen diese Ängste plagen, warum es so ein Problem ist.

Vielleicht bin ich da engstirnig, aber ich denke immer, jemanden der jemanden an seiner Weiterentwicklung hindert, weil er um sein eigenes Weltbild fürchtet, handelt egoistisch und fordert ein, dass sein Bild und seine Vorstellungen bedient werden. Es ist allerdings immer noch etwas anderes, wenn dieses Verhalten automatisch passiert und der/die Handelnde sich nicht bewusst ist. Jemand der so reagiert, wird aber eventuell auf ein Gespräch reagieren, und so einsehen wieso er falsch liegt.
Zum Thema Kommunikation unter Partner möchte ich noch etwas sagen. Ich arbeite ja als Kartenlegerin und habe dadurch sehr viel mit Menschen zu tun, besonders mit Frauen die Partnerschaftsprobleme haben. Ich finde es in solchen Beratungen immer wieder schockierend wie wenig Menschen mit einander sprechen und wie viele Probleme sich durch eine gesunde Kommunikation miteinander vermieden, oder bereinigt werden könnten bevor sie größer und größer werden. Den Satz: „Aber da kann ich doch mit meinem/r PartnerIn nicht drüber reden! Höre ich bald in jeder Sitzung einmal. Da sage ich denn immer: Wenn nicht mit ihrem/r PartnerIn mit wem dann? Kommunikation und Ehrlichkeit sind einfach wichtig und es ist wichtig klar zu sagen was Sache ist und zu hinterfragen wenn etwas unklar ist.

4 Kommentare zu “Kollision mit der Vergangenheit”

  1. Requendel schreibt:

    Gut gebrüllt Löwin!!
    Nur eine Sache sehe ich anders, ich habe die gleichen Sachen auch von Frauen erlebt. Allen voran von meiner Mutter, aber das ist wohl noch ein anderes Thema. Zwei Freundinnen konnten das auch ganz gut, mit sehr subtilen Methoden.
    Ich bin sehr froh dass mein Mann und ich eins begriffen haben. Es muss nicht alles automatisch gehen, wir sind nun mal sehr unterschiedlich und verändern uns ständig, haben unsere Macken, unsere Egoismen und unser Geklammer und Gejammer, aber wir haben einen großen Vorteil, wir können reden!! Das hat bisher alles gelöst.
    Ein Satz hat gewirkt damals:

    „Ich finde es unverschämt und egoistisch und bösartig dass Du mir Deine Probleme, die Du mit meinen Veränderungen auch noch aufhalst. Willst Du dass es mir schlecht geht?
    Es ist für mich alleine schon schwer genug aufzuhören, dann schütte gefälligst Deinen Kübel Mist nicht auch noch über mir aus, behalte ihn selbst und sortiere selbst was da so herumschwimmt, denn das ist nicht mein Mist“

    lg
    Renate

  2. Requendel schreibt:

    …nochmal ich…
    ich habe gerade mit meinem Mann darüber gesprochen, habe das Beispiel aus dem Forum erzählt und er guckte mich ganz entsetzt an und fragte wie man(n) nur sowas machen könnte? Ich musste lachen denn er selbst hatte damals auch deutliche Ansätze dahin. Das war ihm einfach nicht bewusst. Wie gut dass wir uns verändern können und dazu lernen können. Niemand braucht perfekt zu sein, aber an sich arbeiten, das sollte jeder tun.
    lg
    Renate

  3. Karin schreibt:

    Hi Renate, ich meinte die Sache mit dem Boykottieren in Partnerschaften, hier höre ich sehr viel mehr das es Männer sind, die sich mit Veränderung schwer tun. Ansonsten kenne ich auch genug Frauen (voran Mutter) die nicht gerade unterstützend sind. Die habe ich aber nicht dauernd um mich und teile schon gar nicht meine Nahrung mit ihnen. 🙂
    Jürgen ist echt drollig. Aber es zeigt das er verinnerlicht hat das Veränderung ein notwendiger und nicht unbedingt bedrohlicher Prozess ist. LG KArin

  4. Requendel schreibt:

    Stimmt, wobei sich jetzt mal die Frage stellt wie es in lesbischen Partnerschaften aussieht. Vielleicht meldet sich mal eine Frau zu Wort hier, das würde mich echt mal interessieren.

    Ja, mit Jürgen ist das schon witzig. Ich verstehe das auch völlig weil ich seine Geschichte kenne. Veränderungen waren früher wirklich immer bedrohlich, manchmal sogar lebensbedrohend. Jetzt klammert er automatisch am Status Quo fest. Der Kopf weiß es anders aber dagegen anzugehen ist schwer. Nur gute Erfahrungen können ein Gegengewicht zu dem Trauma bringen und die machen wir gerade, denn die Veränderungen die ich angeleiert habe, haben sich insgesamt für uns beide zum Vorteil entwickelt. Das sitzt und kann jetzt die schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit ersetzten. Es ist eben ein Lernprozess und braucht oft viel Arbeit.
    lg
    Renate

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