Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Abnehmen und Tipps – erfolgreich abnehmen

persönliche Tagebücher und Tipps über das Abnehmen

Kategorien

Archiv

Login

Abonnieren

Back to top


Hoffnung auf Entspannung

Seit einigen Wochen geht es meinem Mann schlecht. Ihn hat der Arbeitslosenblues im Griff und er hat nur noch depressive Stimmungen.

Das äußert sich darin dass er ich total in sich zurückzieht. Es kam kaum mehr was anderes als permanentes Gemecker aus ihm heraus, das sich ab und an zu Wutausbrüchen steigerte und dann war wieder dumpfes Schweigen.

Für mich ist das sehr schwer zu ertragen, ich spüre die dunklen Wolken die von ihm ausgehen deutlich und ich muss mich immer wieder zusammennehmen damit ich mich nicht mit hineinziehen lasse. Das ging manchmal fast über meine Kräfte.

Das Schlimme und auch unverschämte ist dass er noch keinen Bedarf sieht Hilfe von außen anzunehmen und erst mal zu suchen, ich bin ja da und ein so viel bequemeres Ventil als es beispielsweise eine Selbsthilfegruppe wäre. Wenn er einen Wutausbruch hatte und mich erst mal wieder zusammengeschrien hat, ging es ihm erst mal wieder für eine Weile besser, er hat seinen Müll ja gleich kübelweise über mir ausgeschüttet.

Ich bin zwar soweit dass ich die Inhalte und die Anlässe für die Schreianfälle nicht mehr ernst nehme und auch nicht mehr auf mich beziehe, aber es kostet mich doch meine ganze Kraft damit irgendwie umzugehen.

Ich habe ihn jetzt erst mal nach Spanien geschickt, aber bis er losfliegt ist noch eine Weile hin und ich will das nicht mehr aushalten. Ich könnte es noch sehr lange aushalten, aber ich will es nicht mehr. Es ist viel zu viel kostbare Kraft die ich da in ihn pulvern würde.

Am Wochenende war ich ja einen ganzen gesegneten Tag bei meiner Schwester, habe an deren Familienleben teilgenommen, habe Spaß gehabt, habe mich etwas aussprechen können und insgesamt aufgetankt.

Auf der Bahnfahrt zurück ist mir klar geworden dass es so nicht weiter geht und mir schon überlegt eine Weile wegzufahren, auf Besuchstour zu Freunden oder so etwas. Aber das reichte nicht, es muß grundsätzlich was geschehen.

Erst einmal habe ich damit angefangen meine Grenzen deutlich zu zeigen. Ich dulde in meiner Gegenwart keine Schimpftiraden mehr. Ich höre meinem Mann nur noch zu wenn er über sich und seine Gefühle redet, oder wenn es irgendwas Gemeinsames zu besprechen gibt. Ich verschwende meine Zeit und Energie nicht mehr wenn er über andere Themen meckert. Da habe ich zu oft umsonst zugehört in der Hoffnung dass er die Kurve kriegt und mal zum Punkt kommt. Aber er drehte immer mehr Schleifen und meckerte nur noch um des Meckerns willen.

Und als ich dann am Sonntag Abend wieder kam, habe ich nur noch geschwärmt von dem Tag. Komischerweise war mein Mann dann von Montag an wie ausgewechselt, er lachte wieder und verbreitete nicht mehr ganz so finstere Wolken. Ich bin konsequent und bremse ihn immer, wenn er wieder ins Meckern verfällt, ich glaube er hat endlich endlich gemerkt dass mir das sehr ernst ist und ich mir das nicht mehr bieten lasse. Spät aber immerhin.

Gestern hatte ich sogar Lust den Abend mit ihm zu verbringen, wir haben einen langen Musikabend gemacht und uns drei schöne Platten mit Cannonball Adderley angehört. So wie wir es früher so oft gemacht haben und was ich nicht mehr wollte weil ich Abstand von meinem Mann gesucht hatte.

Der gestrige Abend gibt Hoffnung dass er sich wieder einkriegt, allerdings das Thema sich Hilfe zu holen ist immer noch so weit weg. Warum fällt es eigentlich immer wieder Männern so schwer sich mal Hilfe zu holen?

Ich merke wie das an meine Substanz gegangen ist auch daran, was für Essgelüste ich habe. Mir ist viel öfter nach Trösterchen und ich möchte mich am liebsten gehen lassen, aber danach würde ich mich hassen und damit hätte ich mich letztenende nur noch mehr bestraft.

Aber leicht ist es nicht unter diesen Umständen leichter zu werden.

2 Kommentare zu “Hoffnung auf Entspannung”

  1. Karin schreibt:

    Ach Renate, lass dich mal in den Arm nehmen. Ich will dich nicht mit Platitüden wie: Das wird schon wieder langweilen. Aber es ist so. Wenn du deine: Ich bin nicht dein Mülleimer-haltung bei behälst, dann wird er sich verändern.
    Warum Männer es so schwer haben Hilfe anzunehmen? Hmm, die fragen ja nicht mal nach dem Weg, oder was meinst du warum Moses 40 Jahre durch die Wüste getappert ist? Seine Frau hat immer wieder gesagt: Moses frag!!! Ich habe keinen Bock mehr, dieser ewige Sand da kann ich nicht gegen an staubsaugen. Aber er: nein ich frag nicht, ich bin mir sicher gleich hinter der Düne geht es rechts ab. Und zack waren 40 Jahren um….
    Ich hoffe mal Jürgen schnallt schneller, dass es keine Schande ist Hilfe zu brauchen, aber eine Riesendummheit keine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

  2. Requendel schreibt:

    Danke Karin!!
    lg
    Renate

Kommentar schreiben