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Gewalt und Zerstörung

Als ich heute morgen in die Arbeitsloseninitiative zur Frauenberatung kam fand ich dieses vor:

Inifenster

Inifenster II

Initür

Laut Aussage unserer Nachbarn im Haus hatten in der Nacht, so gegen 01:30 4 augenscheinlich der rechtsradikalen Szene zugehörigen Typen begonnen die Scheiben einzuschlagen. Schon im Dezember gab es einen Vorfall dieser Art und damals haben wir ein Sicherheitsglas eingebaut was nicht bricht, sondern nur einreisst. Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert wäre wenn die Scheiben rausgeflogen wären. Nur durch die Tür konnte ein Stein in die Räume fliegen. Das Glas wurde mit starker Gewalt bearbeitet. Acht Einschläge haben wir gezählt.

Nach den üblichen Formalitäten, Vermieter, Versicherung, Polizei, habe ich mit einigen Leuten gesprochen und erfuhr. Das in den letzten drei Nächten gezielte Angriffe auf Mitglieder der Antifabewegung und linke Einrichtungen statt gefunden haben.

Diese Gewalt macht Angst, aber auch wütend. Wir werden uns sicher nicht durch solche Aktionen zu aufgeben bewegen lassen. Das nicht, aber es wird schwerer. Gewalt nimmt soviel!

Das Spektrum der Gefühle die dieser Vorfall bei mir ausgelöst hat ist noch dabei zu sortieren. Einmal ist da Trauer. Trauer über die Sprachlosigkeit und diese blinde Zerstörungswut. Angst vor weiteren Übergriffen ist da. Ein Stück Unbeschwertheit ist mir genommen. Da ist auch Hilflosigkeit. Ich habe gestern eine Rede gehalten deren Schwerpunkt darauf lag, wie wichtig Kommunikation ist um den anderen wahrzunehmen und zu verstehen. Daran musste ich heute morgen denken und fragte mich: Welche Sprache muss ich sprechen damit die verstehen? Ganz sicher werde ich mich nicht ihrer bedienen, denn Gewalt erzeugt nur Gegengewalt und am Ende bleiben nur Trümmer.

Was ändert sich jetzt im täglichen Leben für Viktor und mich? Wir werden weitermachen. Werden uns weiter für eine gerechtere Sozialpolitik und eine multikulturelle Gesellschaft einsetzen. Wir werden sicher weiter öffentlich auftreten zu diesen Themen, dass ist keine Frage und das stand keine Sekunde in Frage. Aber eines wird nicht mehr sein. Ich werde nicht mehr unbekümmert nachts durch Gaarden gehen. Wenn einer von uns in der Initiative oder überhaupt in Gaarden zu tun hatte, dann war da nie Angst. Das wird jetzt anders sein. Viktor ist jetzt zum Proben dort und ich hoffe er kommt bald, weil ich sonst Sorge habe das ihm etwas passiert ist.

Gaarden ist ein Problemstadtteil wie es immer leicht abfällig heißt. Die Arbeitslosigkeit liegt dort bei ca. 65 %. Ein hoher Ausländeranteil ist dort. Viele Extreme treffen dort auf einander. Drogen, Alkoholismus, Gewalt sind an der Tagesordnung. Aber es gibt da auch eine andere Seite, wie Veranstaltungen wie die Gaardener Kulturtage zeigen. Ich werde mich weiterhin da engagieren. Denn wie ich gestern sagte:

Das Miteinander verschiedener Nationalitäten macht das Leben in unserer Stadt bunt und vielfältig. Das es auch Missverständnisse und Aggressionen gibt, ist nicht weg zu diskutieren.

Daher ist Kultur so wichtig. Kultur und Kunst helfen Trennendes zu überbrücken und schaffen Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Kommunikation bringt uns näher zu einander und beugt Vorurteilen vor. Weniger Vorurteile bedeuteten wiederum weniger Gewalt, mehr Verständnis und Respekt für den Nächsten egal welcher Nationalität er oder sie ist. Miteinander feiern, reden und lachen schaffen die Basis um Probleme im täglichen Umgang miteinander zu lösen und wirken der Isolation entgegen.

12 Kommentare zu “Gewalt und Zerstörung”

  1. Requendel schreibt:

    Karin ihr leistet da unglaublich gute und sinnvolle Arbeit. Ich schicke euch die allerbesten Wünsche und Kraft, damit die Angst nicht lähmend wird sondern wachsam macht!!!
    lg
    Renate

  2. Requendel schreibt:

    Ach mensch, ich muß gerade an die Ausstellungseröffnung in der Ini denken, was für eine schöne Stimmung war doch dort. Manchmal ist es schwer sich immer wieder zu sagen dass man sich eben nicht ihrer Sprache bedienen soll. Gewalt erzeugt Gegengewalt.
    noch mal die besten Grüße und eine Umarmung an Dich und Viktor
    Renate

  3. Karin schreibt:

    Danke Renate. Wie gesagt wir machen weiter. Am 2. Mai stellt Viktor aus. Seine Ausstellung heißt „Kiel von unten“ das sind in erster Linie Spiegelungen mit viel Witz und einem sehr liebevollen Blick. Ich denke immer noch das solche Veranstaltungen das Beste sind. Das Gute betonen und das Schlechte benennen und bekämpfen, das ist unsere MEthode. Umarmung zurück. Alles Liebe Karin

  4. Requendel schreibt:

    Gut so!!!
    lg
    Renate

  5. Karin schreibt:

    Hi Hi, nach den Mails die wir uns heute geschrieben habe, hatte ich für einen kurzen Moment das Gefühl das wir bald wieder „Mit solidarischen Grüßen“ zeichnen. :-)) Alles Liebe Karin

  6. Requendel schreibt:

    *grins* mir schwebte da die Formel: „Mit kämpferischen Grüßen“ vor
    mit kä….
    äh..lg
    Renate

  7. Karin schreibt:

    kämpferisch ist noch besser…., aber persönlich bleibe ich bei Alles Liebe, denn das ist die Botschaft
    Karin

  8. gut ass ich zuhause geblieben bin « Mondtochters Wechseljahre, ein Tagebuch schreibt:

    […] und meine Stimmung ist gut, seltsam. Aber ich wühle in Erinnerungen, das mag natürlich auch hier durch ausgelöst […]

  9. Gisela schreibt:

    Liebe Karin,
    wenn ich nicht so weit weg wohnen würde…
    Da kommen auch bei mir Erinnerungen hoch.
    Aber das ist alles schon so lange her, als ich in bestzten Häusern geschlafen habe weil die Räumung angedroht war.
    Heute denke ich immer öfter : die nächste Generation ist jetzt dran und ich bin des Kämpfens müde.
    Wenn ich das jetzt aber wieder lese… da kommt mir glatt die Galle hoch.
    Dieses verdammte hilflose Gefühl.
    Ich denke ganz fest an Dich,
    Gisela

  10. Karin schreibt:

    Danke Gisela, ja die nächste Generation ist dran, aber wir auch. Solange diese Pest immer wieder aufmuckt sind wir alle gefragt, denn es betrifft und alle. Das Gefühl des Kämpfens müde zu sein, kenne ich sehr gut. Aber auch wenn ich sehr viele, engagierte junge Leute kenne so merke ich doch das die die Unterstützung unserer Generation brauchen. Alles Liebe Karin

  11. Requendel schreibt:

    Hi Ihr Lieben,
    ich glaube gerade wir sind nun mit gefragt, ob müde oder nicht. Genau die Unterstützung durch die Elterngeneration war doch das was uns so gefehlt hat damals. Sicher, auch aus der Rebellion kam Kraft, aber bei solch existenziellen Dingen wie dem Widerstand gegen Rechts, sollten eigentlich wirklich alle Generationen zusammen arbeiten.
    Müde darf man ruhig sein finde, ich auch andere Aufgaben übernehmen als früher, aber mitmachen auf jeden Fall.
    lg
    Renate

  12. Diät - Rückfälle gehören dazu « AIQUM Ernährungsplan, Vorfall, 2 Stunden später wird richtig gefrühstückt, 5 Mahlzeiten am Tag, 5 x Obst und Gemüse, viel Trinken Tee Wasser und verdünnte Säfte, schreibt:

    […] und keine großen Abweichungen von der täglichen Routine auftragen. Aber dann war ich durch einen Vorfall derartig erschüttert, dass ich aus dem gewohnten Ablauf gerissen wurde. Die Situation erforderte […]

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