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Erkenntnisse

Seit ich meine Morgenseiten schreibe klärt sich einiges. Heute habe ich herausbekommen, dass der Tod meiner Großmutter väterlicherseits viel mit meiner Sucht nach Belohnung zu tun hat. Oma hat mich als Kind sehr verwöhnt, und als sie starb war da nichts mehr. In der Zeit fing ich an meiner Mutter Geld zu klauen und mir Süßes zu kaufen. Denn keiner hatte sich die Mühe gemacht sich richtig um mich zu kümmern bei Großmutters Tod.

Damals haben wir immer gecampt an der Ostsee und als meine Oma krank wurde fuhren meine Eltern nach Hause und ließen mich bei Bekannten. Wo meine ältere Schwester war, weiß ich nicht, ich glaube die hatten sie mitgenommen. Als unsere Bekannten nun die Nachricht von Friedas Tod bekamen, da unterrichteten sie mich davon und dann war ich damit alleine. Ich saß im Zelt und weinte, wusste irgendwie nicht was es bedeutete, fühlte mich leer und einsam und es war keiner da, der mit mir sprach, mir erklärte was passiert war. Da war die Tatsache und die Erwachsenen in meinem Umfeld machten weiter wie bisher. Ich vermutete mal, dass auch von mir erwartet wurde, dass ich weitermachte wie immer. Also wurde es an den Rand gedrängt und als wir dann zurück waren fing das heimliche Naschen an. Meine Großmutter hatte einen wichtigen Platz in meinem Leben. Meine Mutter ging arbeiten, Vater auch und Oma war da und sprach mit mir, nahm mich mit zu Verwandten und kaufte mir schöne Sachen und Süßigkeiten. Dann war sie weg und keiner nahm ihren Platz ein, geschweige denn half mir bei dem Übergang um zukünftig ohne sie zurecht zu kommen. Ich glaube nicht das sie mich aus Gleichgültigkeit nicht begleitet haben, sondern einfach aus dem heraus das ich ja scheinbar in Ordnung war und das sie mit sich selber genug zu tun hatten. Aber da war ja ein Loch und das musste gefüllt werden, eine neue Oma konnte ich mir nicht kaufen, aber ich konnte mir Süßigkeiten besorgen. Wie denn mal auffiel das ich meiner Mutter Geld stibizte gab es einen Heidenkrach und eine Tracht Prügel. Keiner fragte wieso ich auf einmal so etwas tat. Kam ja früher nicht vor. Aber ich glaube meine Eltern haben da einfach nur Unaufrichtigkeit gesehen und ich glaube ab da begann meine Wut auf meine Eltern, besonders auf meine Mutter. Denn ich fühlte mich natürlich ungerecht behandelt. Meine Mutter hat mich seitdem immer behandelt als wenn man mir nicht trauen kann. Und ich wiederum habe ihr nicht getraut. Denn Mutter hatte ihre opportunistischen Seiten, die zeigten sich besonders in Aussprüchen wie: Wenn du mir die Wahrheit sagst, gibt es keine Strafe! Kaum hatte ich die Wahrheit gesagt gab es Prügel oder sonst eine Strafe. Später als ich in der Pubertät war, hat sie versucht mich mit Wein abzufüllen um rauszukriegen was bei mir mit Jungs so abgeht. Das fand den immer in dem Rahmen: Wir beiden großen Mädels machen uns mal eine Flasche Wein auf und es uns gemütlich! Was wiederum dazu führte das ich Alkohol auch im hohen Maße als normal empfand und auch entsprechende Mengen trank. Das habe ich alles erst später durchschaut. Aber der übermäßige Alkoholgenuss und das sich mit Leckereien belohnen müssen führte natürlich zum Übergewicht. Das wiederum führte zu zynischen Bemerkungen meiner Mutter, denn wieder einmal entsprach ich ja nicht ihrem Wunschbild. Sie soff zwar wie ein Loch, aber hielt ihre Figur ja dank Abführmittel. Auch ne Methode.

Beim Schreiben merke ich wieviel Wut schon wieder in mir hochsteigt und ich möchte nicht mehr wütend auf sie sein. Gestern meinte meine Freundin Beate: Du musst ihr endlich verzeihen! Würde ich gerne aber ich weiß nicht wie. Vielleicht helfen auch da die Morgenseiten, wenn alles mal so nach und nach hochkommt. Dann komme ich vielleicht endlich an den Punkt.

4 Kommentare zu “Erkenntnisse”

  1. Requendel schreibt:

    Puh Karin ich kriege beim Lesen einen Stich nach dem anderen, ich finde es geradezu unheimlich wie sich unsere Geschichten gleichen. Der Tod meiner Oma väterlicherseits hat bei mir auch eine Lücke gerissen, obwohl es natürlich eine andere Geschichte hatte und ich viel verdrängt habe. Das frühe Gewöhnen an Alkohol, die Leere die mit Süßem gestopft werden soll, das Klauen (für Süßes) das da begann als ich eine Lücke spürte und niemand mir dabei helfen konnte oder wollte sie zu füllen.
    Und eine Sache ist mir gerade beim Lesen Deines Beitrags klar geworden. Der Alkohol hat maßgeblich zu meinem Übergewicht beigetragen. Das Süße und der Alk waren die beiden Lückenstopfer. (mein bervorzugter Alk so mit 14/15 war, neben Wein und Bier, Apfelkorn) Beim Süßen war es logisch, beim Alk ist es mir jetzt erst aufgefallen.
    Mit dem Tod kommt man irgendwie klar als Kind, aber man braucht dazu Hilfe und Unterstützung und jemanden, der einem erklärt was da gerade passiert ist. Man braucht jemanden mit dem man über sein Grauen und über seinen Verlust reden kann. Sonst bleibt da nur die Lücke.
    lg Renate, die jetzt auch Stoff zum Nachdenken bekommen hat

  2. Karin schreibt:

    Hi Renate, ich finde es auch erstaunlich wie viele Paralellen es bei uns gibt. Schon merkwürdig. Ich mag manchmal gar nicht daran denken was alles in der Kindheit im Argen liegt. Was Eltern ob bewusst oder unbewusst ihren lieben Kleinen antun. Da nehme ich mich gar nicht aus. Aber vielleicht erhalten wir auf diese Art unsere Lebensthemen an denen wir wachsen.
    Ich bin jedenfalls sehr froh mit dir befreundet zu sein, mit jemanden der ähnliches erlebt hat und ebenfalls aufarbeiten will. Das ist ein gutes Gefühl.
    Alles Liebe
    Karin

  3. Requendel schreibt:

    hey Karin,
    geht mir auch so :-). Besonders dieses Dran bleiben, dieses Weiterkommen wollen ist so schön.
    Jürgen fragte schon ganz erstaunt ob wir vielleicht in einem früheren Leben Geschwister waren weil so vieles ähnlich ist!
    lg
    Renate

  4. Karin schreibt:

    Ja das dran bleiben ist es, auch wenn manchmal der Eindruck entsteht das gar keine Ruhe einkehrt. Aber das haben wir uns ja so ausgesucht.
    Auf die Verbindung in früheren Leben zu forschen ist eine tolle Idee. 🙂
    Alles Liebe
    Karin

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