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Das Selbstbild und seine Reflektion

Renates Beitrag hat mich arg ins Nachdenken gebracht und ich merke das ich traurig und wütend bin. Wütend bin ich in erster Linie, dass diese Äußerlichkeiten so wichtig sind. Das es uns aus der Bahn wirft, wenn wir uns den Blicken der Mitmenschen aussetzen, besonders nackt. Und wütend darüber das ich manchmal ganz unterbewusst genau so bin. Das oft wenn ich jemanden sehe der dick, der merkwürdig aussieht, der irgendetwas hat das nicht unbedingt in das „normale“ Bild gehört denke: Boaah, was ist das denn! Dieser Gedanke ist da und ich schäme mich dafür. Ich rufe mich denn auch gleich zur Ordnung und mache mir klar: Das ist doch unwichtig. Das ist nicht dein Ding. Aber trotzdem ist da dieser erste Gedanke! Ich finde das furchtbar und noch furchtbarer finde ich, dass ich es auch gemacht habe, als ich noch viel dicker war. Woher kommt das eigentlich? Ist das anerzogen? Welches Bild erwarten wir von den „anderen“? Wie erwarten wir uns selber zu sehen?

Ich habe mich früher nie fotografieren lassen, weil ich Bilder von mir nicht ertragen konnte. Weil mein Bild von mir, wie ich mich selber wahrnahm ein ganz anderes war. Das mit den Fotografieren lässt sich in den letzten drei Jahren nicht mehr vermeiden, ist ein bisschen schwer wenn frau mit einem Fotografen lebt. Zuerst konnte ich auch Viktors Fotos von mir kaum ansehen. Dachte immer: Booah, watt scheußlich! Und dann kam da ein Punkt wo ich mich daran gewöhnte mich auf Bildern zu sehen. Schön fand ich mich immer noch nicht, aber es war okay. So sah ich aus und die Erkenntnis, dass ich so nicht aussehen wollte, hat mich auch mit bestärkt abzunehmen und was zu verändern.

Durch Renates Beitrag fragte ich mich nun heute abend: Wie glaubst du denn das du aussehen wirst, wenn du schlank bist. Und irgendwie war da, wider alle Vernunft, das Bild meines Körpers wie er das letzte Mal schlank aussah! Das hat mich erschreckt. Denn damals war ich 22 und nun werde ich bald 50. Es ist also kaum zu erwarten das mein Busen sich wieder an die Stelle bewegen wird, wo er vor 28 Jahren war. Ehrlich gesagt bin ich froh , wenn er sich oberhalb des Bauchnabels einpendelt. 🙂 Doch Spaß beiseite. Wie ich so im Garten saß und meine Gedanken schweifen ließ kam mir in den Sinn, dass ich mich beim schamanischen Reisen immer schlank sehe und erlebe. Zwar schlank, aber nicht mit der perfekten Figur. Meine Hüften und meine Schultern sind selbst in der Anderswelt zu breit und meine Beine zu dick. Mein Busen ist kleiner, aber nicht stramm wie in der guten alten Zeit. Mein Gesicht hat Falten und mein Bauch ist weich. Ich sehe da eine Frau um die 50. Und das merkwürdige ist, das mir meine Astralkarin gefällt. Ich finde sie ist eine schöne Frau, auch (oder gerade) weil sie nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Da kam ich dann wieder mit meinen Gedanken in die physische Welt. Warum projekziere ich da mein Bild von mir als schlanke Frau in diesem Mainstreamgeschmack. Das ist doch merkwürdig.

Ich weiß selber das schlapperige Haut nicht schön ist. Ich weiß auch das es schwer ist sich der Welt mit seinen Macken zu stellen. Ich selber trage zwar seit kurzem körperbetonte Kleidung, aber es ist mir sehr gewöhnungsbedürftig. Es fällt mir schwer offen zu zeigen wo meine Schwachstellen sind. Aber andererseits weiß ich, dass ich meinen Körper nur verändern kann, wenn ich bereit bin ihn so zu sehen, und zu zeigen wie er ist.

Das ändert nichts daran, dass es schwer ist sich dem zu stellen. Das macht nicht, dass ich nicht traurig werde über die Zeit die ich dick war und in der ich mich so vieler Dinge beraubt habe. Wie ich in einem Kommentar zu Renates Beitrag schrieb. Wir tragen alle Kriegsverletzungen aus dem Jahrelangen Kampf gegen unseren Körper. Das erklärt aber immer noch nicht, warum wir uns schämen diese Verletzungen zu zeigen. Warum fällt es uns so schwer unsere Mitmenschen mit unseren kleinen Fehlern und unseren von der gängigen Ästhetik abweichenden Aussehen zu „belästigen“? Ist die Angst vor Kritik eine subjektive, aus den jahrelangen Verletzungen geborene, oder ist sie wirklich? Warum kann uns jemand mit einer abfälligen Bemerkung oder mit einem abfälligen Blick so verletzen? Ich weiß das ich verletzt bin wenn jemand mich so behandelt und wie schwer es mir ist mich dem zu stellen. Aber ich erinnere mich auch, wenn ich mit 160 kg eine andere dicke Frau sah, die vielleicht auch noch unglücklicher proportioniert war, dann war da der Gedanke: So schlimm sehe ich aber nicht aus! Dieses Stärke aus der Schwäche der anderen ziehen, habe ich mir immer sehr übel genommen! Daran arbeite ich stark. Aber ich kann nicht leugnen das es manchmal da ist. Mittlerweile ist es besser und ich kann Menschen einfach einsehen ohne zu werten. Aber der erste Impuls es zu tun ist da.

Meine nächste Aufgabe, für mich ganz persönlich wird darin bestehen, dass ich mich meinem Körper noch offener stelle. Ich werde mich regelmäßig nackelig vor den Spiegel stellen und mir die Dinge ansehen die ich mag. Und auch die die ich nicht mag. Ich werde mir erlauben über meine „Kriegsverletzungen“ traurig zu sein und ich werde mir erlauben mich daran zu freuen, dass ich mir keine weiteren zufügen werden. Besonders werde ich aber daran arbeiten nicht meine Mitmenschen mit danach zu beurteilen wie ihr Äußeres ist, auch wenn es nur in einem ersten Impuls passiert. Das Recht über mein Aussehen zu lästern, räume ich keinen anderen ein, und ich will auch niemanden verletzen.

Eben erinnere ich mich an eine der ersten Nächte mit meinem Mann. Wir waren am schmusen und auf einmal sah er mich an und sagte ganz andächtig: „Du bist wunderschön!“ Ich dachte: Der will mich verarschen und habe gelacht und gesagt: Mit der Meinung stehst du aber ziemlich alleine da! und er sagte ganz ernst: „Dann sind die anderen blind.“ Schönheit liegt im Sinne des Betrachters.

5 Kommentare zu “Das Selbstbild und seine Reflektion”

  1. Requendel schreibt:

    Hey Karin,
    tausend Dank für diesen Artikel. Ich habe ihn mehrfach und langsam gelesen und dann einen Kommentar geschrieben, der die Kommentarfunktion wohl gesprengt hätte. Nun habe ich mich entschlossen daraus einen weiteren Artikel zu machen, als direkte Antwort auf Deinen Beitrag.
    lg
    Renate

  2. Meine Gedanken zum Selbstbildartikel von Karin schreibt:

    […] Aiqum, einfach abnehmen. Back to top « Das Selbstbild und seine Reflektion […]

  3. Karin schreibt:

    Das war auch eine gute Idee. Es ist auch ein sehr komplexe Thema. Der Liebste und ich sind hier auch in heiße Gespräche darüber verstrickt.
    Alles Liebe
    KArin

  4. Anonymous schreibt:

    ich verstehe euch nicht leider
    bb

  5. Requendel schreibt:

    Hallo Anonymous (bb)
    was verstehst Du nicht? Es wäre schön wenn wir uns hier austauschen könnten. Ist es die Art und Weise in der wir mit dem Thema umgehen? Sind unsere Gefühle unverständlich oder sind Dir solche Gedanken einfach total fremd?
    lg
    Renate

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