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Blood, Sweat and Tears

Also, gestern ist ein weiterer Knoten geplatzt. Ich schrieb ja bereits an anderer Stelle das bei mir so eine Verhaltensänderung antritt. Das bezieht sich besonders auf zwei Menschen in meinem Leben. Einmal Exmann Nr. 2 und eine Freundin von mir, die sehr ähnliche Verhaltensmuster an den Tag legen.
Wo fang ich an, dass zu erklären? Hmm, also ich habe vorgestern ein Bild aus meiner fettesten Zeit hier in den Blog gestellt und schrieb ja bereits, dass diese Bilder nicht nur Freude über meinen Gewichtsverlust ausgelöst haben, sondern auch Trauer. Was ich da noch nicht so gemerkt habe war, dass mit der Trauer eine ziemliche Wut hochkam und zwar auf Ex Nr. 2 Charlie. Ex Nr. 1 war vor einigen Wochen dran.
Beim Betrachten der Bilder ist mir wieder richtig bewußt geworden, wie oft ich mich damals mit Selbstmordgedanken, ehrlich gesagt auch mit konkreten Plänen, getragen habe. Nicht wegen meines Gewichtes, sondern um mit Bully Herbig zu sprechen „Ich war mit der Gesamtsituation unzufrieden“. Und ich war „unbeweglich“ sowohl körperlich, als auch geistig. Damals habe ich immer versucht für „Uns“ etwas zu verändern, und das scheiterte weil der 2. Teil von „Uns“ überhaupt kein Interesse hatte irgend etwas zu verändern. Denn für ihn funktionierte ja alles. Er konnte mir jeden Scheiß rüberschieben und er konnte sich rausziehen. In der Zeit hatte er nicht gearbeitet, und wir haben nur von dem gelebt was ich durch das Kartenlegen verdient habe. Mein lieber Exmann begann sich in dieser Zeit in so eine Art esoterischen Zuhälter zu verwandeln, lag eigentlich nur noch auf der Couch und meckerte. Jedenfalls war es irgendwann so weit und ich bin zusammen gebrochen. Nichts ging mehr. Ich konnte nicht mehr arbeiten, wir verloren die Wohnung und mussten Sozialhilfe beantragen und umziehen. Selbst in der damaligen Depression war er nicht in der Lage zu erkennen, dass er nun mal gefordert gewesen wäre und vielleicht einmal hätte anfangen sollen, seinen Teil beizutragen. Heute ist mir bewußt, dass er gar nicht mitgekriegt hat, wie dicht ich dran war für immer Schluß zu machen, nicht mit ihm, sondern mit meinem Leben. Als wir dann umgezogen waren, und ich für einige Zeit mich nicht um die finanzielle Seite kümmern mußte (gab ja Sozi), kam ich wieder zu mir und erkannte, dass es kein „Uns“ gibt, dass nur ich für mich was verändern konnte. Damals habe ich im Grunde diese Ehe bereits beendet, ohne es mir klar einzugestehen. Ich habe dann angefangen langsam, Schritt für Schritt zu verändern, trotz seiner Boykottversuche in Form von Sweeties und Schokies, trotz seiner Nörgeleien. Als ich dann körperlich wieder auf der Höhe war habe ich mir einen Job gesucht und später bin ich denn in eine eigene Wohnung gezogen. Von da zur Scheidung war es nur ein kleiner Schritt.
Charlie und ich sind dann irgendwann so eine Art Freunde geworden. Irgendwie eher wie Familie. Das ist mit beiden Exies so, dann die sind auch untereinander befreundet. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls so auf der Distanz lief es einige Zeit recht gut. Auch mein jetziger Liebster und die beiden kommen klar, und alles war in Ordnung bis zu dem Tag, als Exmann Nr. 2 mich bat ihm zu helfen sich selbstständig zu machen. Ich sagte ja, und wir trafen auch eine finanzielle Vereinbarung. Das war auch in Ordnung. Aber auf einmal hatten wir wieder mehr Kontakt, und er scheint jedesmal, sobald ich ins Spiel komme das Denken komplett einzustellen. Jedenfalls passierten auf einmal so merkwürdige Dinge, dass ich stellenweise dachte, ich habe ein Deja vú. Ich begann bei AIQUM mit der Diät und wie früher stand er mit Süßem vor der Tür. Der Ton änderte sich! Er zeigte keinerlei Eigeninitiative mehr. Alles musste mit mir „besprochen“ werden. Auf einmal war da wieder dieser: Los mach malTon! Als wenn es meine vordringlichste Aufgabe ist, seine gesamten Probleme zu regeln. Ich habe dann bemerkt, dass ich mich ihm gegenüber immer gereizter benahm. Dann habe ich vorgestern das Bild rausgesucht und die Trauer war da und die Wut. Nun jedenfalls gestern abend bin ich geplatzt. Er rief an, wegen irgendeiner Kleinigkeit. Nichts Großes und ich fing an, ihn anzuschreien und eigentlich der Situation unangemessen zu reagieren. (ich war seber überrascht über die Bandbreite der Schimpfworte die ich kenne. Da habe ich mich verbal schon sehr in der Gosse gesuhlt) Ich habe dann überlegt und da war auf einmal die Erkenntnis: Ich wollte nicht mehr dieses von ihm geforderte und von mir Jahrelang gelieferte Muster bedienen. Alles tun und machen: Weil es mir ja leichter fällt!“ Wiel ich es ja kann!“ Gleichzeitig kam mir eine Freundin in den Sinn, der gegenüber ich mich auch in letzter Zeit so agressiv und leicht abfällig verhalte und mir fiel ein, was Renate in einem Forum zu meinen Gefühlen dieser Frau gegenüber geschrieben hatte: Nämlich das sie deren Verhalten stark an das, was ich über meine Exmännder erzähle, erinnert. Und sie hatte recht. Besonders Charlie und Sabine fordern von mir so ein Mutterverhalten, so ein „Mach mal“, dass ich nicht mehr liefern will. Ich will nicht mehr jedesmal übernehmen, wenn jemand sagt: Das kann ich nicht, kannst du nicht? Ich brauche es nicht auf diese Art „gebraucht“ zu werden. Und ich will nicht andere in ihrem Wachstum beschneiden in dem ich immer sofort übernehme.
Ich glaube das alles hat viel mit dem Abnehmen zu tun. Einerseits hat dieses dauernd andere Nähren Frustfressen ausgelöst, dieses dauernde Zerren zerrte an meinen Nerven, und andererseits schien ich meine körperlichen Grenzen ausdehnen zu müssen, weil ich nicht in der Lage war sonst welche zu setzen. Das kann ich jetzt. Ich habe Charlie gestern noch angerufen und ihm gesagt wie ich empfinde, habe ihm gesagt: Das ich erwarte das meine Grenzen respektiert werden und das ich seine Distanzlosigkeit nicht dulden werde. Habe klargestellt wie meine Mitarbeit aussehen wird und das es auch hier eine klare Linie ist, die nicht überschritten wird. Ich glaube nicht das er alles verstanden hat und ich glaube auch nicht das es lange gut gehen wird, weil ich nämlich merke das ich noch viel mehr Distanz zu ihm brauche, aber so kann ich ihm die Dinge die ich übernommen habe nach und nach wieder zurückgeben ohne das er sich überfordert fühlt und alles hinwirft. Dann ein ganz wichtiger Aspekt meiner Wut war, dass ich es immer zugelassen habe, weil ich die Bestätigung brauchte, dieses: Karin, kommt mit allem klar! Zu der kannst du mit allem kommen!. Luisa Francia schreibt in einem ihrer Bücher: Sei nützlich und du wirst benutzt! Recht hat sie, aber ich will mich nicht benutzen lassen und ich will auch meinerseits niemanden benutzen.
Danke fürs Zulesen. Wer es bis hierher geschafft hat kriegt ne eins. 🙂 Ich hoffe mal es ist deutlich geworden, worauf ich raus wollte, manchmal komme ich schon ins schwaffeln.
Ach so, das Blood bezieht sich darauf, dass bei mir die Drachin tobt. 🙂 Aber richtig diesmal. Die speit Feuer und läßt keinen Stein auf den anderen.

5 Kommentare zu “Blood, Sweat and Tears”

  1. Requendel schreibt:

    Hey Karin,
    lasse ich mal umärmeln, ich bin froh dass Du da jetzt einigermaßen durch bist!!
    Abnehmen ist immer mehr als einfach nur weniger zu wiegen. Man muss mit der Vergangenheit aufräumen, sonst schleicht sich sofort wieder das alte Muster ein. Und das ist das wahrhaft Anstrengende dabei.
    Diese Abschiede und dies Grenzen setzen sind oft anstrengend und schmerzhaft, aber letztendlich auch eine große Erleichterung…wie gut das Wort hier passt 😉
    lg
    Renate

  2. Requendel schreibt:

    mir geht die ganze Zeit Dein Beitrag nicht aus dem Kopf. Er berührt mich tief, ich kenne so vieles wieder. Ich erinnere mich an eine Zeit in der Du Dich aus dem Netz zurückgezogen hattest und ich habe öfter an Dich gedacht. Wie mies es Dir ging ahnte ich nicht.
    Ich merke dass die Wut ein ganz großes Thema ist für mich. Wenn ich auf dem Ergometer sitze und die Gedanken wandern in die Vergangenheit, dann trete und trete ich und merke wie viel Wut da steckt. Ich merke wie viele Menschen mein Dicksein ausgenutzt haben und gebraucht haben und mich deswegen in dem Zustand halten wollten.
    Das Gewicht ist wirklich nur ein Teil. Es wird immer klarer dass man an vielen Punkten ansetzen muss um dauerhaft Veränderungen herbeizuführen. Eigentlich kann man jedem der so viel Gewicht abnimmt, eine begleitende Therapie empfehlen. Es kommt so viel hoch und das will alles verarbeitet werden.
    lg
    Renate

  3. Karin schreibt:

    Danke für die Umärmelung, die kann ich gut gebrauchen. Es war wirklich eine dunkle Zeit und ich merke erst jetzt das die noch nicht überwunden ist. Da ist gestern was hochgekommen, dass hat mich schier umgehauen. Booahh, war das eine Welle.
    Heute hatte ich noch eine Aussprache mit Charlie und er war sehr kleinlaut und hat sich entschuldigt. Ich habe ihm dann noch mal klarzumachen versucht das meine Wut gar nicht so sehr die Situation gestern betraft, sondern die alte Sache. Das konnte er gar nicht verstehen, also hat er wieder auf seine Art reagiert und mir einen Eastpack Rucksack für 80,00 € runtergesetzt auf 40,00 € gekauft. Ich habe ihn angenommen und mir gedacht, na ja besser als gar nichts. Er ist eben emotional auf der Stufe eines Kindes.
    Aber in meinem Verhalten zu ihm habe ich bereits eine Veränderung gemerkt. Er hat mir von einer absolut hirnrissigen Idee erzählt und ich habe es geschafft zu lächeln und wenn du meinst das klappt zu sagen. Ohne das ich ihm die Ohren abpflücken wollte.
    Damals hat keiner gewußt wie es mir geht. Ich habe in der Zeit gar nichts mehr gefühlt, nur noch reagiert und den Leuten gegeben was sie wollten. Da kam denn zum Dicksein noch das Gefühl, dass die richtige Karin eh keiner wollte. Denn die war unbequem und konnte auch mal fordern.

  4. Karin schreibt:

    Hallo Karin!

    Ich freue mich ich sehr, dass du die Ursache deiner Wut und der daraus resoltierenden Reaktionen erkennst. Das bringt dich sehr weiter.

    Mir ging es ähnlich wie dir. Ich wollte auch immer perfekt sein und alles schaffen und können, damit ich meine körperliche Unzulänglichkeit wieder wettmachen konnte. Im Prinzip wollte ich mich damit wohl freikaufen ohne zumerken welchen Preis ich dafür zahlen mußte.
    Ich habe allerdings auch sehr schnell nachdem ich bei AIQUM anfing gemerkt, dass ich selber schuld bin und fing auch an mein Verhalten zuändern, habe gelernt auch endlich mal „Nein“ zusagen und Verantwortung abzugeben. Da arbeite ich heute auch noch dran, denn es fällt mir immer noch schwer.
    Aber die wichtigste Erkenntnis war, dass die Leute, die mich wirklich mochten, es akzeptiert haben und mich deshalb nicht weniger mochten. Die anderen?…Naja, die mußten sich jemand Neues zum Ausnutzen suchen.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe und auch weiterhin so einen tollen Erfolg!!!

    LG, (die andere) Karin 😀 😀 😀

  5. Karin schreibt:

    Danke Karin. nach diesem Horrorerkenntnistag geht es mir auch supergut und auch beim Ex ist einiges angekommen.
    Alles Liebe
    Karin

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