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40 Kilo abgenommen – was hat sich geändert

In den letzten Tagen habe ich darüber nachgedacht was sich alles geändert hat, während ich die 40 Kilo abgenommen habe. Da wäre natürlich erst mal die körperliche Veränderung. So wie ich jetzt bin, kenne ich mich schon gar nicht mehr. Es ist immer wieder spannend die Veränderungen zu sehen und die Formen zu entdecken, die sich da langsam herausbilden. Dadurch dass ich gleichzeitig Muskulatur aufbaue, sind diese Veränderungen gravierend. Früher, als ich noch nicht ganz so dick war, war ich aber nicht so kräftig wie jetzt das heißt die Figur war schon sehr anders.

Ich wundere mich über meinen schmalen Körperbau und ich freue mich darüber dass ich es durch Training geschafft habe meine abfallenden Schultern zu mildern. Dadurch dass ich spezielle Übungen für die Deltamuskeln gemacht habe, wirken die Schultern breiter und sie fallen nicht mehr ab sondern bilden kleine Kugeln um das Gelenk herum. Der Schulterriemen der Tasche rutscht nicht mehr andauernd ‚runter. So langsam sehe ich auch dass mein oberer Rücken nicht mehr ganz so knochig aussieht sondern dass sich auch dort Muskelpolster gebildet haben. Regelmäßiges Krafttraining zahlt sich aus. An meinem Hintern muss ich noch arbeiten.

Mit dem Sport habe ich aber nach wie vor meine Probleme, ich muss mich beständig dazu zwingen. Manchmal merke ich dass es mir gut tut und dann freue ich mich darüber aber ich bin weit davon entfernt zu sagen dass mir der Sport ein Bedürfnis geworden ist, geschweige denn dass der Sport mir Spaß machen würde. Ginge es auch ohne wäre ich froh aber das ist nun mal nicht der Fall. Gut, ich weiß dass Sport notwendig ist, also mache ich ihn.

Meine Haut ist allerdings nicht so schön. Da ich am ganzen Körper Dehnungsrisse hatte bildet sich sich nicht zurück, die Narben bleiben. Ich kann mich nur schwer daran gewöhnen wie die Hautfalten knittrig herunterhängen. Besonders an den Oberarmen fällt das unangenehm auf. Ich hoffe dass die Zeit doch noch einiges ändern wird, ansonsten muss ich einfach damit umgehen lernen. Alles ist besser als so dick zu sein.

Mein Rücken hat ein ganzes Jahr Ruhe gegeben. Seit einiger Zeit macht er wieder Probleme, aber die ganz schlimmen Schmerzen die ich vom Bandscheibenvorfall und von Hexenschüssen her kenne, sind es nicht mehr. Eher Verspannungen. Ich könnte mir vorstellen dass meine Statik auch anders geworden ist seitdem der Bauch nicht mehr so nach vorne zieht. Und da ich nun so lange anders gewichtet war, muss sich meine Wirbelsäule auch wieder anpassen. Auch ist die Muskulatur so viel Sport nicht gewöhnt und ich kann mir vorstellen dass sie auch da erst mal mit Verspannung reagiert. Egal, ich mache langsam aber sicher weiter.

Gesundheitlich geht es mir wesentlich besser. Ich habe die Medikamente gegen hohen Blutdruck auf ein Sechstel der Anfangsdosis herunter bringen können. Das was ich jetzt noch einnehmen muss belastet mich nicht mehr. Ich wundere mich manchmal selbst darüber wie schnell ich die Treppen bis in den dritten Stock hoch komme. Wenn ich vor mich hin träume verpasse ich unsere Wohnungstür und stehe im vierten Stock ohne dass ich es großartig gemerkt habe. Und das mit einem vollen Rucksack, gefüllt mit Kartoffeln, Äpfeln und anderen schweren Sachen. Ich freue mich darüber um wie vieles leichter mir die normale Hausarbeit von der Hand geht. Ich merke es an so einfachen Dingen wie Kartoffelbrei stampfen oder die Kacheln hinter der Badewanne schrubben. Ich kann viel mehr Kraft einsetzten und muss lange nicht mehr so oft Pause machen.

Wenn ich mich dann in den Sessel kuschle, kann ich ganz gemütlich die Knie hochziehen, die Arme um die Beine legen und die Füsse in die Hände nehmen. Ich habe plötzlich so viel Platz in dem Sessel und ich entdecke meine Füsse neu. Früher kam ich kaum heran. Die Fusspflege war immer mit Verrenkungen und eingequetschten Fettpolstern verbunden. Heute komme ich mit Leichtigkeit an meine Füsse.

In Bussen merke ich wie viel Platz ich habe und wenn mein Mann und ich gleichzeitig in der Küche herumwirtschaften, brauchen wir nicht mehr so viel Platz, ich kann mich viel leichter durch irgendwelche Lücken quetschen und er muss nicht immer ausweichen damit ich durchkomme. Ich schätze meine neuen Ausmaße noch nicht richtig ein und denke oft dass ich da nicht durchkomme, wenn ich es dann probiere wundere ich mich.

Ja und dann sind da natürlich die wunderschönen Erlebnisse in Klamottenläden. Mir passen ganz normale Größen. Ich gehe oft immer noch automatisch zu großen Größen oder ich schaue im I-Net nach ob es das Kleidungstück auch in XXXL gibt. Das war früher der Filter den ich bei der Auswahl eingebaut hatte. Jetzt muss ich mir öfter mal sagen dass ich in XL und manchmal auch schon in L passe. Da eröffnen sich neue Welten für mich und das ist berauschend.

Das waren jetzt eher die äußeren Veränderungen. Innerlich hat sich noch mehr getan. Ich glaube ich habe mich sehr stark verändert. Mein Verhältnis zu mir selbst ist ein anderes geworden. Ich bin ruhiger und gelassener geworden, habe mehr Selbstbewusstsein bekommen und bin nicht mehr so oft depressiv. Insgesamt stehe ich mehr zu mir selbst und zu den Eigenarten die ich habe, ich habe jetzt endlich einmal das Gefühl so in Ordnung zu sein wie ich bin.

Das wirkt sich auf ganz viele Bereiche aus. Ich merke es in Diskussionen um alle möglichen Themen, ob Politik, Musik oder irgendwas anderes. Ich stehe viel mehr zu meiner Meinung und es ist mir immer weniger wichtig was andere davon halten. Auch wenn meine Ansichten unpopulär sind, sind es doch meine eigenen und somit für mich in Ordnung. Mein Geschmack ist mein Geschmack und wenn mir etwas nicht gefällt was „künstlerisch wertvoll“ oder genial oder sonstwie ist, brauche ich es mir nicht anzutun. Es mag gut sein aber es gefällt mir nicht. Basta!

Für meinen Mann bin ich ein immer härterer Gegner in Diskussionen und ich merke wie ich immer besser meinen Raum in unserer Ehe einnehme. Je leichter ich werde desto schwerer hat er es mit mir. Zum Glück gefällt ihm das denn er wächst auch daran und es wird nie langweilig bei uns.

Komisch, ich meine dass ich viel klarer und strukturierter Denken kann, Argumentationsketten viel besser verfolgen und beenden kann und auch geistig fitter geworden bin. Es ist als ob ein Grauschleier von meinen Gedanken gezogen wurde. Die Verzweiflung darüber dass ich so dick war, hat anscheinend alles durchzogen und jede Wahrnehmung verfälscht. Jetzt fühle ich mich befreit und kann endlich zeigen was in mir steckt und was für Fähigkeiten ich habe.

Das ist nicht direkt von dem Figurumfang abhängig, eher von dem Wissen dass ich mich verändern kann wenn ich das will. Ich habe es selbst in der Hand wie ich mich fühle und wie ich aussehe, ob ich gesünder bin oder ob ich Raubbau an meiner Gesundheit treibe. Das gibt mir Eigenmacht. Ich merke dass ich nicht mehr so viel jammere und das Schicksal beklage. Wenn etwas schräg läuft und ich mit irgendwas unglücklich bin frage ich mich nun zu allererst was ich selbst dazu beigetragen habe dass es mir so geht und was ich daran ändern kann. Wenn ich was getan habe ist es plötzlich schon besser und das was bleibt, was ich wirklich nicht mehr ändern kann, ist viel leichter zu akzeptieren.

Meine ganze Lebenshaltung ist eine andere geworden. Meine Zukunftspläne sehen anders aus, sie beinhalten wieder viel mehr Aktivität und ich erlaube mir wieder zu träumen.

Ein weiterer Punkt ist der Genuss. Das habe ich hier im Blog ja schon so oft betont und es ist mir so wichtig weil es mir Lebensfreude gibt. Ich kann gutes Essen besser genießen weil ich nicht permanent das Gefühl habe dass es ja für mich eigentlich verboten ist. Als ich so dick war habe ich immer gedacht dass ich keinen Genuss verdient habe und wenn ich ihn mir dann doch mal gegönnt habe, dann war das was Verbotenes, Gestohlenes. Einfach offen und frei genießen, das habe ich erst wieder in meiner Aiqum-Zeit gelernt.

Das leitet jetzt zu einem ganz wichtigen Punkt über. Ich habe die Angst vor dem Essen verloren, das Essen ist nicht mehr mein Feind. Und genau so ist auch der Alkohol nicht mehr mein Feind. Ich trinke wieder ab und zu ein halbes Glas Wein. Ganz ganz selten kommt es vor, ich weiß nicht mehr wann es das letze Mal war, aber wenn dann genieße ich den Geschmack total. Sobald ich den Alkohol merke höre ich auf denn ich mag nicht berauscht werden, jedenfalls nicht vom Alkohol. Ich möchte klar bleiben. Diese Klarheit ist für mich so wichtig. Früher habe ich mich in Schichten gepackt um möglichst unklar zu sein, um mich selbst und das Leben nicht so deutlich sehen zu müssen. Ich hatte Angst davor mich anzusehen und mich so wahrzunehmen wie ich bin. Ich weiß noch was für Schocks und was für Bauchschmerzen ich bekommen hatte wenn ich mich dann doch mal sehen musste. Beim Arzt oder beim Klamottenkauf oder bei der Jobsuche.

Die Gelassenheit mit der ich mich nun ansehen kann, die ist zur Zeit meine größte Freude.

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