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Abnehmen und Tipps – erfolgreich abnehmen

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Abnehmen – meine Geschichte von 122 Kilo bis unter 80 Kilo

Endlich!! Ich habe es geschafft. Diese Schwelle von 82 bis 79,1 Kilo hat mich mehr Energie gekostet als die 40 Kilo, die ich vorher abgenommen habe.

Warum eigentlich? Ich frage mich die ganze Zeit was an diesen 80 Kilo so Besonderes ist. Im Aiqum-Forum kam schon die Theorie auf, dass man mit 80 Kilo zwar noch Übergewicht hat, aber nicht mehr so richtig fett ist. Mit 80 Kilo könnte man gut weiter leben. Die Gesundheitsrisiken sind ganz wesentlich gesunken und man fühlt sich eigentlich auch viel wohler.

Mit meinem Anfangsgewicht von 122 Kilo, konnte ich mir absolut nicht vorstellen wie es mal mit 80 Kilo sein könnte und vor allem dass ich dann noch mehr will. Ich war erst einmal froh als ich endlich nur noch zwei Ziffern auf der Waage sah und unter 100 kam. Dann war 90 Kilo unvorstellbar für mich und ab da wurde es mir regelrecht unheimlich. Ich kam in Gewichtsbereiche an die ich keine oder nur wenig Erinnerungen hatte. Es ist jetzt wirklich Neuland.

Dieses Gewicht hatte ich mal ganz kurze Zeit nach einer Crash-Diät in einer Klinik. 10 Wochen lang nur 1000 Kalorien täglich. Heute weiß ich dass das das Schlimmste war was ich meinem Stoffwechsel antun konnte. Im Nachhinein könnte ich die Klinikärzte verwursten, die mir das damals verordnet hatten. Nun ja, es war eben die Lehrmeinung und Ärzte müssen nicht unbedingt über gesunde Ernährung und Abnehmen Bescheid wissen, da sollte man eher Ernährungswissenschaftler fragen. Aber 1985 war man eben noch nicht so weit. So lange ist das auch her bei mir. Vorher hatte ich schon gut über 110 Kilo und danach hatte ich dank JoJo ganz schnell noch ein paar Kilo dazu gelegt.

Mir ist aber auch klar geworden dass mir damals selbst das beste Konzept nicht beim Abnehmen geholfen hätte. Ich war innerlich noch nicht bereit dazu. Hätte ich damals so etwas wie Aiqum gefunden, hätte ich wohl auch nicht abgenommen, aber ich hätte vielleicht den einen oder anderen Ernährungsfehler nicht gemacht. Ohne die innere Bereitschaft hilft einem selbst das beste Konzept nichts denn nichts kommt von selbst, man muss es schon selber machen.

Wie ich jetzt deutlich gemerkt habe, war der Speck eine Schutzschicht für mich. Von Außen drangen die Dinge nur gedämpft zu mir durch und vor allem war ich geschützt vor meinen eigenen Gefühlen, vor denen ich Angst hatte.

Erst mit Hilfe einer Therapie habe ich gelernt diese Gefühle zuzulassen und anders mit ihnen umzugehen. Erst ab da konnte ich überhaupt daran denken meine Schutzschicht abzubauen.

Und damals hatte ich schon heftig gesoffen. Eine Flasche Wein am Tag war Schnitt. Meist kamen dann noch einige Biere dazu. Alkohol hat ja nicht nur viele Kalorien sondern er hat Priorität was den Abbau angeht. Auf diese Weise hemmt er den Fettabbau. Also ist Alkohol doppelt schädlich beim Abnehmen. Ich musste erst lernen mit dem Alk klar zu kommen bevor ich abnehmen konnte.

Es gehörte für mich auch dazu, dass ich mich selbst auch mit dem Übergewicht akzeptiere. Das war vielleicht der schwerste Schritt. Ein Schlüsselerlebnis war dass ich mir einen schönen Pulli aus edler Wolle strickte, als ich noch 122 Kilo wog. Ich war es mir plötzlich wert mir die Arbeit zu machen und das Geld in Wolle zu investieren. Diesen Pulli haben ich nicht mehr tragen können weil ich schon begann abzunehmen als ich ihn strickte. Ich habe ihn wieder auftrennen müssen und ein paar Nummer kleiner stricken können. Aber dass ich mir die Mühe für mich machen wollte obwohl ich so fett war, war ein Zeichen für mich dass ich mich akzeptiert hatte und es mir wert war.

Es war also noch ganz schön viel Vorarbeit zu leisten bevor ich ans Abnehmen denken konnte. Und als ich dann, im Dezember 2005, im Internet stöberte, hatte ich ja auch noch nicht ans Abnehmen gedacht, ich wollte mich über Sport für Hochdruckkranke erkundigen und irgendein gutes Schicksal hat mich über den Aiqum-Banner stolpern lassen. Mehr spielerisch habe ich mal den kostenlosen Figurtest gemacht und mir die Prognose anzeigen lassen. Ich kann nicht genau sagen was es eigentlich war das mich so angezogen hatte. Ich denke es war das Fehlen von irgendwelchen „Heilslehren“ Es klang alles so nüchtern und wenig dogmatisch. Schon nach der Anmeldung und nach dem ersten Einlesen wusste ich dass ich hier richtig bin.

Ich konnte es eigentlich immer noch nicht glaube, ich hatte mir ja geschworen nie wieder eine Diät zu machen. Aber dies ist ja keine Diät für eine bestimmte Zeit. Dies ist eine Ernährungsumstellung. Ehe ich mich versah war ich schon eifrig dabei Kalorien zu zählen, mein Essen abzuwiegen, unsere Rezepte fettärmer zu machen, mich auf einer neu gekauften Gymnastikmatte zu quälen und so weiter. Es dauerte eine Weile bevor meinem Mann auffiel dass hier irgendwas anders läuft. Als ich ihm erzählte dass ich wieder mit dem Abnehmen begonnen habe und sehr zuversichtlich bin, war er eher skeptisch. Aber das legte sich nach den ersten Erfolgen schnell, gerade weil er merkte dass sich für ihn nicht viel ändert dadurch.

Und der Erfolg gibt mir Recht, Aiqum ist genau das Richtige für mich. Im Januar 2006, als ich mich endgültig angemeldet hatte, habe ich mir niemals träumen lassen mal unter 80 Kilo zu wiegen, das war wirklich außerhalb meiner Vorstellung. Und jetzt habe ich wirklich mein Normalgewicht von 67,5 Kilo als Ziel. Es kommt mir immer noch utopisch vor, aber gleichzeitig weiß ich dass ich es schaffen kann.

Es hat sich so viel verändert:

Mein Selbstwertgefühl ist gestiegen.

Ich habe Mut bekommen auch andere Dinge in Angriff zu nehmen, die mir vorher unmöglich erschienen.

Meine Gesundheit ist wesentlich besser geworden. Ganz ohne Medikament geht es wegen des hohen Blutdrucks noch nicht, aber ich brauche nur noch ein Sechstel der Anfangsdosis zu nehmen. Meine Blutwerte sind vorbildlich  und von der Fettleber und dem beginnenden Diabetes II ist auch nichts mehr zu finden. Gerade Diabetes wäre alles andere als wünscheswert…

Ich kann wieder normal am Leben teilhaben, mein Gewicht bremst mich nicht mehr aus. Im Flugzeug brauche ich keinen extra langen Gurt, im Straßencafé passe ich in die Bistro-Stühle, im Bus brauche ich nicht mehr die Zweisitzbank für mich alleine. Ich kann hinter dem Bus herrennen ohne dass mir schlecht wird. Ich kann in normalen Läden meine Kleidung kaufen und finde auch im Ausverkauf schöne Stücke die mir passen.

Ich falle nirgends mehr auf wenn ich das nicht will. Früher fiel ich aus jedem Rahmen und wurde immer registriert obwohl ich das nicht wollte. Oft wurde getuschelt so dass ich zwar nichts verstand aber genau merkte dass über mich und mein Gewicht geredet wurde.

Ich bin stolz auf mich und genieße es wenn meine Familie und meine Freunde das auch sind.

Das Essen ist nicht mehr meine Feind sondern ich kann es genießen. Kuchen ist kein Tabu mehr, ich kenne kein schlechtes Gewissen mehr beim Essen. Ich habe das Genießen gelernt weil ich endlich weiß was richtige Ernährung ist.

Ich brauche keinem Versprechen mehr zu glauben. Ich sehe an mir selbst die Wirkung von dem einfachen Prinzip der Energiebilanz.

Mein Wohlbefinden ist gestiegen. Mit den regelmäßigen ausreichenden und genussreichen Mahlzeiten fühle ich mich wesentlich ausgeglichener. Dieser ständige Zweifel ob ich denn das jetzt essen darf ist weg. Ich weiß dass ich darf, ich weiß was richtig ist. Der ganze übergewichtige Stress ist von mir abgefallen.

Innere verdrängte Dinge bearbeiten ist anstrengend aber manchmal notwendig. Es ist harte Arbeit sich mit dem auseinander zu setzen was der Speck verpackt hat. Aber da ich langsam abnehme kommt es immer in den Dosen die ich haben kann und überfordert mich nie. Ich habe einiges für mich klären können und manchmal habe ich sogar das Gefühl dass ich jetzt Dinge ändern kann, die ich damals falsch gemacht habe. Manchmal fühle ich mich als hätte ich zwei Alter. Einmal das aktuelle und einmal das Alter das ich damals hatte, als ich so viel wie im Moment gewogen habe. Aktuell wäre das jetzt so 19/20 Jahre. Vieles kann ich aus heutiger Sicht einfach besser verstehen und dann endlich ruhen lassen Man kann zwar die Zeit nicht mehr zurück drehen, aber man kann eine andere Einstellung zu sich selbst in dieser Zeit entwickeln. Eine Einstellung die eher versteht und nicht verurteilt.

Und ich freue mich an meiner neuen Körperkraft. Ich freue mich zu sehen und zu spüren wie sich mein Körper verändert.

Ich habe Träume und Ziele. Eins davon ist es eben irgendwann mein Normalgewicht zu erreichen, dazu gehören noch gut 10 Kilo weniger aber auch das schaffe ich.

Alles in allem merke ich aber wie sehr sich das alles gelohnt hat. Ich bin wesentlich zufriedener und optimistischer und gesunder als vorher. Und dabei hat mich der Weg überhaupt nicht belastet sondern er hat mir eher Spaß gemacht. Ja, manchmal zwinkert das Schicksal einem zu, wirft einem eine Chance zu und wenn man es rechtzeitig erkennt und zugreift, dann hat man das große Los gezogen. Ich bin froh dass ich zugegriffen habe!!

3 Kommentare zu “Abnehmen – meine Geschichte von 122 Kilo bis unter 80 Kilo”

  1. Karin schreibt:

    Danke Renate, du hast da vieles auf den Punkt gebracht, dass mir helfen wird. 🙂 Du bist schon ein tolles Weib. Alles Liebe Karin

  2. Irene (schneckchen) schreibt:

    Hallo Renate, habe deine Zeilen wieder einmal nur reingesogen, du schreibst so toll über all deine Probleme Freuden und so, das auch ich wenn ich das lese mehr Mut bekomme – nämlich weiter zumachen. Ich habe jetzt schon seit Weihnachten einen Hänger „wieder mal“ habe sogar schon hier gekündigt geht aber noch ein Weilchen und nun versuche ich wieder alles aufzuschreiben, zu lesen und das gelesene auch in mir fruchten zu lassen. Meine Mauer ist so groß und so stabil nur nichts ran lassen alles ist suppi alles ist in Ordnung – mein Gott werd ich das noch jemals lernen-sollte ich vielleicht doch zu einen Psychologen gehen, der mir eventuell hilft meine Irenemauer einzureißen ? weiß nicht, ich möchte sogerne aber dieser innere Schweinehund ist stark.
    Weißt du was komisch ist, wenn ich drüber nachdenke und das tue ich ja sehe ich alles was ich mache, wie ich es anstelle aber dann??? mangelt es mir an Kraft ,Stärke, Ausdauer und puh Luft ist raus.
    Eins weiß ich aber „heute“ ich lese deine Berichte weiter weil es mir dann besser geht und, Du bringst alles wie Karin schon sagt auf den Punkt und das hilft.
    Mach weiter so und liebe Grüße von (der nicht so starken) Irene

  3. Requendel schreibt:

    Hallo liebe Irene,
    ach ich weiß garnicht was ich sagen soll, ich bin ganz gerührt! Eine Sache wünsche ich mir für Dich ganz doll. Halte Dich nicht mehr für schwach oder für nicht so stark. Du bist stark, sonst wärest Du nicht immer noch dabei.
    Ich wünsche Dir dass Du den Punkt erkennst an dem Du Dir vielleicht wirklich Hilfe holen kannst. Der Schritt ist nicht leicht, ich weiß, aber es lohnt sich so sehr.
    Und bis dahin, bleibe einfach dabei. Dann hast Du immer einen roten Faden an den Du Dich halten kannst.
    lg
    Renate

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