Meine Erfahrungen mit der Diamond-Methode (Fit for life)

Diese Methode hat mein Essverhalten wohl am stärksten beeinflusst. Im Positiven und auch im Negativen.

Erst mal das Positive:

Ich habe gelernt mal über mein Essverhalten nachzudenken und dabei festgestellt dass ich viel zu wenig Obst und Gemüse esse und von dem Wenigen auch noch zu viel gekocht und verarbeitet ist.

Ein gutes halbes Jahr habe ich nach deren Plänen gelebt, bis auf einen Aufruhr im Darm ist mir das recht gut bekommen und ich habe abgenommen dadurch. Die Rezepte sind einfallsreich und lecker, auch heute hole ich mir noch gerne Anregungen aus den Büchern. Die Bedeutung von Obst und Gemüse ist mir klargeworden. Durch die Bücher bin ich auch darauf gekommen mir eine Saftpresse zuzulegen. Frisch gepresster Saft ist was Köstliches und ab und zu gönnen wir ihn uns. Apfel-Staudensellerie-Saft ist im Sommer sehr beliebt.

Eine weitere positive Folge war, dass ich es geschafft hatte mit dem Rauchen aufzuhören. In den Büchern wird so eindringlich dagegen gewettert, dass es bei mir angekommen ist. Und ich rauche immer noch nicht wieder.

Dazu kommt noch die Bedeutung der Bewegung. Mir ist da das erste Mal aufgegangen, dass es ohne Bewegung, ohne Sport, einfach nicht geht. Die Idee für mein Mini-Trampulin habe ich aus den Büchern und ich hüpfe immer noch begeistert darauf herum.

Was allerdings die Lehren angeht die sie so verbreiten, so war mir das schon von Anfang an nicht einsichtig. Ich habe nie verstanden dass im Magen mal sauerer mal basischer Magensaft ausgeschüttet werden soll, das wiedersprach doch sehr den Dingen, die ich in meiner Ausbildung zur Arzthelferin gelernt habe. Ich habe mir also immer gesagt dass es vielleicht einfach leichter verdaulich wäre wenn man Kohlenhydrate nicht mit Eiweiss mischt in einer Mahlzeit. Bestätigen kann ich es nicht, ich habe es einfach mal so hingenommen. Und das war der Punkt, ich mußte immer mehr einfach so „hinnehmen“. Vieles fand ich gut und richtig, vieles ging mir einfach zu weit und mich hat auch gestört dass einem da gleich eine ganze Ideologie untergejubelt wurde. Mir schien dass es eine extrem konservative Weltsicht war, die da mit überkam und die man so ganz nebenbei mit geschluckt hat.

Tja und auf Dauer wurde es auch zu teuer, immer diese Mengen an frischen Früchten zu kaufen. Mir scheint diese Lebens- und Ernährungsweise ist eher auf kalifornische Verhältnisse zugeschnitten. Einerseits den Umweltgedanken hochhalten und andererseits Vorschläge für Früchte zu machen, die von sonstwoher eingeflogen werden müssen, das passte für mich nicht.

Durchgehalten habe ich diese Form der Ernährung nicht lange, es war mir zu fremd, es ging so gegen meinen eigenen Rhythmus, dass ich mich zu sehr verbiegen mußte. Das Frühstück habe ich mir abgewöhnen müssen, bis 12 Uhr mittags gibt es dort ja nur Obst. Ich habe es zähneknirschend so gemacht, aber gut bekommen ist es mir nie. Um 12 Uhr habe ich mich dann auf meinen Kaffee gestürzt und versucht mein geliebtes Käsebrot einzubauen, das ging ja nie, es waren Kohlenhydrate mit Eiweiss gemischt. Mir fehlte also immer was, ich habe immer auf geliebte Sachen verzichten müssen und mir wurde beim Lesen der Bücher immer ein schlechtes Gewissen gemacht wenn ich mich nicht daran hielt.

Irgendwann habe ich mir das Frühstück wirklich total abgewöhnt und habe nur noch Obstsaft getrunken morgens. Das war für mich ungesund und hat dazu geführt dass ich den Rest des Tages alles verschlungen habe was mir in die Finger geriet. Es hat echte Fressanfälle ausgelöst. Die Lehre saß so tief dass ich dann irgendwann, als ich wieder mit einer kleinen Schnitte Brot begonnen hatte, ein schlechtes Gewissen bekam. Erst bei AIQUM wurde mir die Bedeutung des Frühstücks wieder nahegebracht. Und noch eine Folge hatte der Verzicht auf das Frühstück. Ich habe immer abends spät noch richtig viel gegessen weil ich immer das Gefühl hatte am nächsten Tag erst mal hungern zu müssen. Kaum konnte ich mich darauf verlassen dass ich sofort nach dem Aufstehen ein leckeres Frühstück bekam, konnte ich mich ganz gelassen ins Bett legen und mußte nicht vorsichtshalber noch was essen.

Bei meinem Mann ist das anders, er isst nach wie vor bis mittags nur Obst. Er hat schon als Kind kein Frühstück vertragen und seitdem er sich nicht mehr zum Frühstück zwingt sondern nur Orangensaft trinkt und Obst isst, geht es ihm viel besser. Bei der Arbeit hat er dann noch zwischendurch ein paar Nüsse geknabbert und es ging im prächtig. Ich denke dass die Menschen verschieden sind und jeder einen eigenen Rhythmus hat. Ich stehe gerne früh auf und gehe früh schlafen, ich will ein kräftiges Frühstück. Mein Mann ist ein Langschläfer und findet abends nicht ins Bett, für ihn ist Obst besser.
Fragwürdig finde ich es dann doch, die eigene Methode als die einzige Wahre anzupreisen und allen die es nicht hinkriegen einfach die Schuld für ihr Unwohlsein in die Schuhe zu schieben.

Mein Fazit ist, dass man sehr wohl einige Anregungen mitnehmen kann, das bestimmt nicht alles schlecht ist, dass ich aber vorsichtig bin wenn ich gleich mit einer neuen Ernährung eine Ideologie schlucken muß und noch vorsichtiger bin ich wenn ich „wissenschaftliche“ Erklärungen höre, die eigentlich alles umwerfen was bisher gelernt und gelehrt wurde. Irgendwelche zitierte Ärzte machen das für mich dann auch nicht glaubwürdiger.

4 thoughts on “Meine Erfahrungen mit der Diamond-Methode (Fit for life)

  1. Hallo Renate,
    ja mehr als kleine Anregungen habe ich aus den Büchern auch nicht mitgenommen. Gut ich bin keine so große Frühstücksesserin, doch seit Lory da ist brauche ich morgens mein Vollkornbrot und mein Kaffee. Das ist meine mogendliche wohlfühl Oase. Ohne Kind am PC zu sitzen und zu frühstücken ;).

    Hinzu kommt das ich schnell übersäuere, kann also keine Äpfel oder Orangen morgens als erstes essen. Funktioniert nicht.

    Naja waren nett zu lesen diese Bücher

    bis bald
    Silke

  2. Requendel

    Ja, und ganz unnütz waren sie ja nun auch nicht. ICh finde es nur immer wieder schlimm wenn einem ein Rosengarten versprochen wird…
    lg
    Renate

  3. Ulrike

    Ich habe 1999 die Bücher gelesen.
    Ich hatte Last mit Sodbrennen und es deshalb ausprobiert.
    Es hat geholfen.
    Und ganz nebenbei habe ich ca 14 kg abgenommen.
    Ich halte diesen Plan, Obst zum Frühstück und ansonsten Trennkost, inzwischen seit 10 jahren durch und fühle mich sehr gut dabei.
    Ich sündige auch mal (Kuchen bzw Pizza), esse gerne einen Eisbecher und gebe gerne Sahne in alle Gerichte in die es paßt.
    Und halte mein Gewicht.
    Also, mir hat dieses Buch insoweit gut getan.

    Gruß Ulrike

  4. Max

    Ich habe bereits 2004 nach Lektüre des Buches rund 20 kg abgespeckt und damals hatte ich auch nie das Gefühl, dass ich von irgendetwas zu wenig in meinen Körper reingetan hätte.
    Aber auch ich habe mich nicht exakt an die etwas übertriebenen Vorgaben gehalten. Essen nach 12 Uhr ohne vorher ein Frühstück zu essen war für mich sowieso kein Thema, da ich sowieso kaum vor Mittag etwas gegessen hatte. Ich habe mich während der Gewichtsabnahme nahezu ausschließlich von rohem Gemüse und jeder Menge Obst ernährt. Hin und wieder musste ich aufgrund gesellschaftlicher Zwänge (Weihnachten, Geburtstage, etc.) auch mal nicht im Essplan stehende Gerichte essen, aber das war doch eine äußerst seltene Ausnahme. Die vorgeschlagenen Gerichte habe ich zur Gänze verweigert (die sind mir zu kompliziert), ebenso habe ich immer geraucht und tue das nach wie vor.
    Der Erfolg war jedenfalls auch in diesem weit gesteckten Rahmen gewaltig: ich habe jede Menge Gewicht verloren, die Energie, die ich damals entwickelt habe (sei es durch die Gewichtreduktion oder auch durch die Unmenge an Vitaminen) war unglaublich. Ich fahre sehr oft mit dem Rennrad, das hat sicher auch noch massiv zum Erfolg beigetragen.
    Ich hatte damals meine Nahrung derart umgestellt, dass ich mich auch weiterhin großteils mit Obst und Gemüse durch den Tag brachte. Die ersten vier Jahre hielt ich mein Gewicht, danach hatte ich einen Bandscheibenvorfall, der mich untätig werden ließ und so nach und nach kamen die Kilos wieder. So wirklich Lust auf eine neuerliche Diät verspürte ich auch kaum und so kam es, dass ich bis vor drei Wochen mehr Gewicht denn je auf die Waage brachte. Vor drei Wochen hatte ich dann endlich den Punkt erreicht, dass ich das Buch wieder herausgenommen habe und seither wieder nach meinen modifizierten Plan von „Fit for Life“ lebe. Sieben Kilo sind es bis heute, die ich weniger auf die Waage bringe und bis Ende Mai möchte ich wieder mein Idealgewicht erreicht haben.
    Super Nebeneffekt: Meine permante Übersäuerung des Magens ist vom ersten Tag wie weggeblasen und ich habe keinerlei Kopfschmerzen seither – drei Wochen am Stück keine Schmerzen im Kopf sind mir in den letzten zehn Jahren nicht in Erinnerung. Auch die Energie schießt langsam wieder ein, meine Frau meinte gestern zu mir, dass ich so viel in Haus und Garten herumrenne wie schon seit Jahren nicht mehr.
    Conclusio: ich kann es nur empfehlen, meine Erfahrungen sind sehr gut, zumindest mit meinen persönlichen Modifikationen.

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