Fasten nach Buchinger

Wärend der Jahre in denen ich vergeblich versucht habe abzunehmen, habe ich so manches ausprobiert, unter anderem das Heilfasten.

Meine Situation war mal wieder Verzweiflung über meinen Speck und völlige Ratlosigkeit was ich dagegen tun kann.

Irgendwann fiel mir ein Büchlein aus dem Verlag Gräfe und Unzer in die Hand, „Neugeboren durch Fasten“ oder so ähnlich, hieß es. Es erklärte das Heilfasten mit Fruchtsäften und Gemüsebrühe. Auf dem Titelbild war ein schlanker Mann zu sehen, der aus einer riesigen Obelix-Hose schwebt. Das war für mich natürlich ein Blickfang. Voller Sehnsucht starrte ich auf dieses Bild und wünschte mir auch so aus meinen Hosen zu schweben.

Ich habe mich eingelesen und es für machbar gehalten. Außerdem war ich abenteuerlustig und sehr gespannt auf dieses Experiment. Leider habe ich eine ansich gute Sache aus den falschen Gründen gemacht. Allein‘ zum Abnehmen taugt es nicht. Im Gegenteil, es züchtet eher den JoJoEffekt. Die meisten machen das ja zuhause als Notbremse in der Hoffnung dadurch abzunehmen. Ich habe mit Leuten geredet die sich das so vorgestellt haben dass sie normal essen könnten und das dann durch drei oder vier Fastenwochen im Jahr wieder ausgleichen könnten. Da war wieder der Punkt an dem alle stecken bleiben. Die Hoffnung abzunehmen ohne grundsätzlich an seinen Lebensgewohnheiten etwas ändern zu müssen.

So geht das nicht, so geht das nie!

Ich will nicht das Fasten verteufeln, ich halte es nach wie vor für eine gute Sache, aber eben nicht zum Abnehmen. Es kann der Einstieg sein um mit seinen bisherigen Lebensgewohnheiten zu brechen, es kann sehr nützlich sein um mit dem Rauchen aufzuhören oder mal über seinen Alkoholkonsum nachzudenken. Man muß aber dabei bedenken dass es dem Stoffwechsel erst mal noch einen richtigen Schlag verpasst. Es ist sozusagen eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Für einige mag es sinnvoll sein, für mich war es das nicht.

Eine Sache habe ich allerdings daraus gelernt. Ich wußte dass ich etwas durchhalten kann. Es war für mich ein unglaubliches Abenteuer eine Woche nichts zu essen außer ein paar Säften und etwas klarer Gemüsebrühe und ich war ganz erstaunt als es mir gelang am 5. Fastentag 1500 m zu schwimmen. Es war interssant zu spüren wie der Körper sich aus sich heraus Energie holen kann.

Es kamen noch andere Dinge hinzu, ich hatte viel Zeit weil ich mich nicht um die Essenzubereitung kümmern mußte. Meine Wahrnehmung war ganz nach innen gerichtet, es war ein sehr meditativer Zustand. Ich fühlte mich frei und bedürfnislos.

Ich habe es nur ein paarmal zu oft gemacht und dadurch meinem Stoffwechsel geschadet.

Sollte ich noch einmal fasten wollen, dann bestimmt nicht alleine zuhause, sondern mit kompetenter Betreuung, längerer Nachbetreuung, eventuell begleitender Therapie, in einer Gruppe und dann auch für längere Zeit.

Und ganz wichtig ist dass mein Ziel dabei NICHT das Abnehmen sein wird.

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