Mein Bauch kann mir auch fehlen

Heute ist wieder Mittwoch und deswegen hatte ich gerade wieder die Gruppe „Grenzen und Freiräume“. Es geht dort um Traumatherapie und Körperarbeit.
Dieses Mal ging es bei mir ans Eingemachte, ich war völlig aufgelöst und fühlte mich extrem verletztlich. Es war ganz erstaunlich, normalerweile kann ich viele Dinge an mir abprallen lassen, diesmal gingen sie ungehindert direkt an die Substanz bei mir. Ich wurde berührt von den Übungen und von dem was eine Teilnehmerin erzählt hat. Es hat mich angerührt, ein Echo gefunden und mir Angst gemacht. Erst wollte ich weg und bin aus dem Raum gegangen, dann hat die Leiterin es hinbekommen das Ganze in ein Stück Heilung umzuwandeln, bei dem sich etwas lösen konnte.

Der Tag hatte mich schon müde gemacht, ich kann mit diesem Wetterumschwung nicht so gut umgehen, ich hätte die Gruppe fast abgesagt. Dann bin ich hingegangen und dachte dass es mir sicher gut tun wird und ich mich ja zurückhalten kann. Ja Pustekuchen, nichts war da mit Zurückhaltung, jedes Wort traf, jedes Gefühl hat mich hin und her geworfen.

Ich hatte keinen Schutz mehr. Und irgendwann habe ich ganz flüchtig gedacht dass es jetzt schön wäre meinen Bauch wieder zu haben. Ich habe ihn echt vermisst, ich hätte mich hinter meinem Speck verstecken können und hätte meine Ruhe gehabt.

War das Thema meines Specks? Jetzt, ohne ihn, muss ich lernen mich anders zu schützen, anders meine Grenzen zu wahren. Das hat mir vorher der Speck abgenommen. Soweit ich die Psychosomatik verstanden habe, drückt ja der Körper aus was die Psyche nicht kann oder will. Anscheinend hat mein Speck meinen Mangel an Schutz, an Grenzen kompensieren wollen.

Auf dem Rückweg kam ich mit meinem Körperbild nicht klar. Ich habe andere Körpergrenzen, ich weiche Menschen und Gegenständen immer viel zu weit aus. Ich bilde mir ein dass ich nicht durch Lücken passe. Das sind wohl immer noch die alten Körpergrenzen, die ich noch gespeichert habe. An die neuen Grenzen bin ich noch nicht gewöhnt und sie ändern sich ja auch noch ständig.

Ich habe also an mir heruntergeschaut und war fast erschrocken dass es relativ gerade nach unten ging, in der Bauchgegend. Ich war eigentlich eine Wölbung gewohnt und geriet fast in Panik. Ich habe echte Trauer um meinen Bauch empfunden. Das klingt jetzt vielleicht verrückt in einem Abnehm-Blog so etwas zu sagen, aber es gehört für mich dazu. Das war immerhin mein Bauch, ein wichtiges Körperteil von mir, das mich seit Jahren begleitet hat. Er fehlt nun. Und da er auch eine Funktion erfüllt hat, muss ich erst mal genau herausfinden was er für mich getan hat und muss dann Wege finden das jetzt anders zu lösen.

Natürlich freue mich mich wie eine Schneekönigin über meine Ergebnisse und bin absolut stolz auf mich, bekomme mehr Selbstbewusstsein und genieße es nach wie vor dass ich die Treppen in einen dritten oder auch in einen vierten Stock ohne Probleme nehmen kann.

Aber wieder einmal wird mir klar wie wichtig es ist beim Abnehmen nicht die psychische Seite zu vernachlässigen. Gerade wenn man so viel Gewicht abzutragen hat wie ich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*