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Essen als Seelentröster, was tun?

Ärger, Wut, Sorgen, Kummer oder Frust sind oft der Auslöser dafür, dass man zu Essbarem greift. Meist müssen in solchen Situationen Schokolade, Kuchen oder Knabberzeug herhalten. Der Grund dafür: Die schnell verfügbaren Kohlenhydrate aus solchen Nahrungsmitteln lassen den Blutzucker sofort ansteigen, sodass man sich kurzfristig besser fühlt und einen Energieschub bekommt. Langfristig jedoch ist das natürlich keine Lösung, denn allzu leicht kann es passieren, dass man sich unliebsame Pfunde auf die Hüften isst.

Seelentröster Essen schon in der Kindheit

Wenn ich mir als Kind wehgetan habe oder mich geärgert habe, bekam ich oft was Süßes als Trost. Auf diese Art lernt man schon als Kind, dass man Ärger, Probleme und Schmerzen sozusagen „wegfuttern“ kann. Solche Verhaltensmuster sitzen umso tiefer, je früher man sie sich antrainiert hat oder sie von anderen antrainiert bekommen hat. Ein erster Schritt zur erfolgreichen Verhaltensänderung ist die Selbsterkenntnis. Sich die Gründe bewusst machen, warum man isst, obwohl man gar keinen Hunger hat.

Der Wartetrick

Eine hervorragende Möglichkeit, sich das Essen als Seelentröster abzugewöhnen ist der, dass man in der akuten „Bedarfssituation“ versucht, ein paar Minuten zu warten. Wenn das Bedürfnis nach Schokolade oder Kuchen in der Akutsituation fast übermächtig scheint, kann man versuchen sich selbst auszutricksen, indem man sich das Trostfutter nicht verbietet sondern versucht, es hinauszuzögern. Der springende Punkt dabei ist, dass man sich das Verhaltensmuster abtrainiert, in einer Situation unbewusst zum Essen zu greifen. Es macht einen großen Unterschied, 5 oder 10 Minuten zu warten und sich dann bewusst zu fragen, ob man das Trostessen nun wirklich noch braucht. Meist lässt das starke Verlangen in dieser Zeit ab und man kann eine bewusste Entscheidung treffen, statt einfach spontan drauflos zu essen.

Gefühle zulassen

Streit mit dem Partner gehabt? Von der besten Freundin enttäuscht worden? Was genau ändert eine Tafel Schokolade daran? Nichts, außer dass man sich danach wahrscheinlich auch noch darüber ärgert, dass man sie gegessen hat. Viel besser ist es, die Gefühle wie Enttäuschung, Zorn oder Kummer zuzulassen und gegebenenfalls auch auszusprechen! Nur wer seine Empfindungen zulässt, kann sie auch bewältigen. Probleme in sich hineinzufressen, löst sie leider nicht!

Alternativen finden

Eine weitere sehr gute Möglichkeit, sich das Essen als Seelentröster abzugewöhnen besteht darin, sich bewusst zu machen worin der Reiz des Essens in einer bestimmten Situation eigentlich besteht. Was möchte man dadurch erreichen? Das eigentliche Bedürfnis dahinter ist oft Entspannung, Belohnung, Abbau von Stress. Diese Bedürfnisse lassen sich auch auf andere Weise und sehr viel effektiver befriedigen als durch Essen. Beruhigende Musik, ein Spaziergang, eine Tasse Tee oder ein entspannendes Bad kann Abhilfe schaffen. Oder einfach nur 5 Minuten das Fenster aufmachen, den Blick in die Ferne schweifen lassen und tief durchatmen.

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