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Abnehmen und Tipps – erfolgreich abnehmen

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woher kommt die Motivation?

Durch Karins Artikel „Mut zum Bauch“ bin ich ins Nachdenken gekommen. Die Aussage dass es hilfreich ist sich mit seinem Bauch anzufreunden bevor man abnimmt, ist für mich sehr zutreffend. Genau so ist es gegangen bei mir.

Die vielen Abnehmversuche, die ich im Laufe der Jahre gestartet und aufgegeben habe, sind aus Verzweiflung und Hass auf den Bauch, Hass auf mich selbst gekommen. Sie waren von vornherein auf Misserfolg programmiert. Früher wusste ich nicht wieso. Ich habe mich kasteit, habe mich den härtesten Vorschriften unterworfen, habe das lange Zeit durchgehalten und bin wieder rückfällig geworden, mit JoJo-Zugabe.

Ich hatte mir immer eingebildet dass ich mir nichts so sehr wünschen würde, wie schlank zu sein. Das war ein Irrtum, wie ich heute weiß. Ich behaupte sogar dass ich es damals noch überhaupt nicht verkraftet hätte, schlank zu sein denn das Fett war ein Schutzpanzer den ich nötig brauchte.

Und Hass und Verzweiflung sind Strohfeuer. Es entspricht zum Glück nicht meinem Wesen mich in Hass zu verzehren und ihn zu konservieren. Energie aus Hass zu ziehen geht nur über begrenzte Zeit. Die Energie ist stark, aber eben nicht ausdauernd. Deswegen habe ich auch nie durchgehalten. Diese Abnehmversuche waren auch eher als Selbstbestrafung gedacht, wie ich jetzt vermute. Ich hatte das Gefühl im Leben nichts gebacken zu kriegen und dann auch noch dick und fett durch die Gegend zu walzen, da muss ich bestraft werden und darf auf keinen Fall auch noch Spaß am Leben haben. Zum Glück hat das eben nur selten funktioniert, denn im Grunde lebe ich gerne und habe gerne Spaß und kann selbst Kleinigkeiten genießen.

Das was ich in mir hatte und das mich damals immer zum Aufgeben und Abbrechen gebracht hat, war nicht mein Feind. Ich habe mich immer gefragt warum ich mir selbst im Weg stehe und warum ich immer alles was ich angefangen habe wieder aufgebe. Heute weiß ich dass genau das die Stimme meines Selbsterhaltungstriebs war. Die Stimme in mir drin die mir erzählt hat dass das alles Blödsinn ist, dass ich nicht meinem Selbsthass und der missgünstigen Umgebung glauben soll, sondern mein eigenes Leben leben soll. Das war die Stimme die mir immer erzählte dass ich meinen Bauch ansehen soll und von ihm lernen kann. Ja, dass ich meinem Bauch dankbar sein soll für die Arbeit die er für mich übernommen hat.

Das war auch die wilde und ungezähmte Stimme. Sie hat mich zu vielerlei Dingen überredet, die sich nicht gut machen in meinem Lebenslauf. Ich glaube dieser Stimme habe ich zugehört als ich damals mit gerade 18 Jahren in der 12. Klasse von der Schule gegangen bin. Jahrelang dachte ich mit Selbstvorwürfen daran, aber heute weiß ich dass es genau das Richtige war, in dem Moment zumindest. Als ich später mein Abitur auf einem Kolleg nachholte, war ich sicher dass ich damals richtig gehandelt hat. Die Situation war ungesund für mich, an der alten Schule. Per Zufall unterrichtete mein alter Tutor auch am Kolleg und er hat mir irgendwann mal ganz nebenbei in der Pause den entscheidenden Satz gesagt: „Man hat es Dir auch nicht leicht gemacht, damals. Man wollte Dich aus der Schule ekeln. Einige Kollegen waren dagegen“. Das war kein Gespräch, das war ein Satz fast im Vorbeigehen. Es dauerte bis er richtig in mich eingesackt war und dann fand ich das unglaublich. Ich hatte also richtig gespürt, man wollte mich an der Schule fertig machen, ich habe nicht an diese gut katholische Schule mit privater Trägerschaft gepasst. Es war also nicht nur mein Versagen. Ich hatte mich nicht nur für schwach und träge gehalten, ich habe mich auch für dumm gehalten. Das hatte mich jahrelang verfolgt. Zu Beginn des Kollegs hatte ich auch noch zu kämpfen, aber irgendwann kam der Knack und ich habe ohne mich sonderlich anzustrengen einen Durchschnitt von 2,0 hinbekommen.

Ich erzähle das so ausführlich, weil ich jetzt beim Abnehmen Parallelen sehe. Irgendwann ist mir aufgegangen, dass ich damals einen Schutz brauchte. Das wurde von außen an mich herangetragen. Wie dieser Schutz aussehen sollte, war dann aber meine Sache. Ich habe eben das Essen gewählt. Aber eigentlich war der innere Rat mir einen Schutz zuzulegen, sehr gut für mich. Genau wie der Tipp meine Eigenmacht mit 18 zu nutzen und die Unterschrift zum Schulabgang zu setzen. Mein erstes Dokument das ich unterschrieben habe.

Und erst nachdem ich mich mit der Renate von damals versöhnt habe und mir im Nachhinein selbst den Schulabgang erlaubt habe, konnte ich gut meine Intelligenz und meine Fähigkeiten einsetzen um ein gutes Abi zu machen.

Und erst nachdem ich mich mit der Renate von damals versöhnt habe und mir im Nachhinein meinen Bauch erlaubt habe, konnte ich meine Energie und meinen Selbsterhaltungstrieb und meine Geduld nutzen, um abzunehmen.

Meine Motivation kommt aus Selbstakzeptanz, aus Selbstliebe, aus Fürsorglichkeit aus Verständnis und Zärtlichkeit, nicht aus Hass und Wut und Verzweiflung.

3 Kommentare zu “woher kommt die Motivation?”

  1. Kerstin schreibt:

    …ich hab ne Gänsehaut…
    Und ich muss Dich unbedingt mal kennenlernen!

    ganz liebe Grüsse!
    Kerstin

  2. Requendel schreibt:

    Hey Kerstin,
    also da hätte ich auch große Lust zu. Das kriegen wir sicher mal hin.
    lg
    Renate

  3. Karin schreibt:

    Da ist vieles drin was mir auch durch den Kopf geht. Danke für mit-Teilen. Lg Karin

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